03.12.2014
FLUG REVUE

Japanische Sonde mit deutschem LanderMascot ist auf dem Weg zum Asteroiden 1999 JU3

Die Kometenlandung von Philae liegt gerade einmal drei Wochen zurück, da hat schon eine weitere Landemission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ihren Anfang genommen: Der Asteroidenlander Mascot ist unterwegs zum Asteroiden 1999 JU3.

mascot

Mascot wird 2019 auf dem Asteroiden 1999 JU3 aufsetzen und mit vier Instrumenten Messungen durchführen. Mit einem Schwungarm im Inneren kann er sich dabei hüpfend fortbewegen. © DLR  

 

Am 3. Dezember 2014 um 05:22 Uhr MEZ hob die Rakete mit der japanischen Sonde Hayabusa 2 und dem Lander Mascot vom Tanegashima Space Center ab und begann ihre Reise ins All. Allerdings wird es noch vier Jahre dauern, bis das Ziel erreicht ist. Dort soll Hayabusa 2 im dichten Flug über dem Asteroiden Material von seiner Oberfläche „einsaugen“ und zur Erde zurückbringen. Mascot hingegen wird auf 1999 JU3 aufsetzen, sich hüpfend fortbewegen und erstmals in der Raumfahrtgeschichte an mehreren Orten Messungen auf einem Asteroiden durchführen. Überwacht und betrieben werden der im DLR entwickelte und gebaute Lander sowie seine vier Instrumente während seiner Reise und seiner Arbeit auf dem Asteroiden aus dem Mascot Control Center in Köln.

Gerade einmal einen Kilometer Durchmesser hat der Asteroid, den die Sonde im Sommer 2018 erreichen wird. Zuvor wird sie im Winter 2015 noch einmal kräftig Schwung an der Erde holen. Nach der Ankunft wird sie 1999 JU3 zunächst kartieren, bevor sie sich dann Anfang 2019 der Oberfläche annähert, um Materialproben zu nehmen. Mascot wird dann aus einer Höhe von 100 Metern im freien Fall auf den Asteroiden sinken. Dieser ist besonders kohlenstoffhaltig und gehört somit zu einer häufig vorkommenden Asteroidenklasse, doch besonders viel wissen die Wissenschaftler bisher noch nicht über ihr Untersuchungsobjekt.

2019 werden die Asteroidenforscher insgesamt bis zu 16 Stunden lang Daten erhalten, die sie so bisher noch nie messen konnten. Ist die Batterie, ein Beitrag der französischen Raumfahrtagentur CNES, nach zwei Asteroidentagen und -nächten erschöpft, endet auch die Landermission, denn er hat keine Solarpaneele zum Aufladen. Gerade einmal zehn Kilogramm durfte Mascot wiegen - das war eine der Rahmenbedingungen, als das japanische Team das DLR mit ins Boot holte. Keine leichte Aufgabe, denn der Lander Philae beispielsweise, den das DLR mit einem Konsortium entwickelte, wiegt 100 Kilogramm. Insgesamt vier Instrumente brachten die Ingenieure dennoch in einer sehr stabilen und zugleich leichten Struktur unter. Mit einem Radiometer und einer Kamera des DLR sowie einem Spektrometer des Institut d’Astrophysique Spatiale und einem Magnetometer der TU Braunschweig sollen die mineralogische und geologische Zusammensetzung der Asteroidenoberfläche untersucht und Oberflächentemperatur sowie Magnetfeld des Asteroiden ermittelt werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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