20.04.2015
FLUG REVUE

Gezielter AbsturzMESSENGER fliegt dem Ende entgegen

Am 30. April geht eine großartige NASA-Mission zu Ende, wenn die Raumsonde MESSENGER nach Verbrauch aller Treibstoffreserven auf der Oberfläche des sonnennächsten Planeten Merkur zerschellt.

messenger

Mehr als sechseinhalb Jahre benötigte MESSENGER für die Reise zum Merkur. © NASA  

 

Vor elf Jahren war MESSENGER gestartet worden (Mercury Surface, Space Environmant, Geochemistry and Ranging) und nach sechseinhalbjährigem Flug am 18. März 2011 in eine Umlaufbahn um den Merkur eingeschwenkt. Die sogenannte Primärmission war für die Dauer eines Jahres veranschlagt und diente der Sammlung von Fotos und wissenschaftlichen Daten. Als sich nach diesem Jahr herausstellte, dass die Sonde und ihre Bordinstrumente in bester Verfassung befanden, war eine zweimalige Missionsverlängerung möglich, was unser Wissen über diese ausgeglühte Felskugel enorm erweiterte. Eine große Überraschung brachte beispielsweise die Entdeckung gefrorenen Wassers am Boden tiefer Krater in den nie vom Sonnenlicht beschienenen Polarregionen des Planeten. Diese von Staub bedeckten Eisschichten sollen immerhin mehr als zwei Kilometer dick sein. Wissenschaftler vermuten, dass das Wasser dafür von den Einschlägen früher Kometen und Asteroiden stammte.

Dass MESSENGER überhaupt so lange zufriedenstellend arbeiten konnte, lag nicht zuletzt an der Verwendung neuartiger Materialien beim Bau der Sonde. So betrug zum Beispiel die Arbeitstemperatur hinter dem reflektierenden Keramikschild der Sonde nur 20 Grad Celsius, während sie auf der der Sonne zugewandten Seite bei 300 Grad lag! Nun aber geht der Treibstoffvorrat des Bordtriebwerks zu Ende, und mit vier gezielten Bahnänderungsmanövern soll die Sonde zum Absturz auf der Planetenoberfläche gebracht werden. Die letzte dieser Zündungen soll am 24. April stattfinden, wobei der Resttreibstoff komplett verbraucht wird. Dann stürzt MESSENGER mit 3,91 km/s der Planetenoberfläche entgegen und zerschellt in den glühenden Felsen. Das allerdings wird man von der Erde aus nicht beobachten können, weil der Einschlag auf der uns abgewandten Merkurseite erfolgen wird.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Space Poop Challenge NASA sucht Lösungen für Toilettengang im All

30.11.2016 - Wie könnte es Astronauten auf Langzeitreisen leichter gemacht werden, ihre Notdurft zu verrichten? Die US-Raumfahrtbehörde hat dafür einen Ideenwettbewerb im Internet ausgelobt. … weiter

OSIRIS-REx Asteroiden-Jäger

15.11.2016 - Die NASA-Sonde OSIRIS-REx ist nicht das erste Raumfahrzeug, das auf Tuchfühlung mit einem Asteroiden geht. Aber sie soll mehr Gestein und Staub zurück zur Erde bringen als bisherige Missionen. … weiter

Morphing Wing im Windkanal NASA will den gesamten Flügel verbiegen

04.11.2016 - Seit längerer Zeit versuchen Ingenieure, nahtlos-biegsame Flügel zu konstruieren, die ihre Form ohne Klappen stufenlos verändern können. Jetzt schlagen NASA und MIT einen neuen Ansatz vor: Das … weiter

NASA vergibt Aufträge an vier Unternehmen Grüne Experimentalflugzeuge

11.10.2016 - Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA lässt ihre X-Flugzeuge wieder aufleben, um Öko-Technologien zu erproben. Kürzlich wurden weitere Unternehmen mit der Ausarbeitung von Konzepten … weiter

Juno-Sonde Jupiter-Mission der NASA

20.09.2016 - Nach fünf Jahren ist die Juno-Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA am 5. Juli an ihrem Ziel angekommen. Sie soll die Geheimnisse des Jupiter entschlüsseln. Doch die Bedingungen sind eine … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App