29.03.2011
FLUG REVUE

Messenger schickt erste Bilder aus der Umlaufbahn

Die NASA-Merkursonde Messenger hat die ersten Bilder des innersten Planeten unseres Sonnensystems zur Erde geschickt, seit sie am 17. März in die Umlaufbahn eingeschwenkt ist. Das Mercury Dual Imaging System bildete zuerst ein Gebiet am Südpol ab, über das es bisher noch keine Informationen gab.

Das obige Foto wurde mit der Weitwinkelkamera gemacht, die elf Farben in Wellenlängen zwischen 430 bis zu 1020 nm aufnehmen kann. Elf schmale Filter für jeweils einen Wellenbereich plus ein Klarfilter rotieren dabei vor dem Objektiv. Das Bild ist eine Komposition aus Aufnahmen in den Wellenbereichen 1000, 750 und 430 nm, denen die Farben rot, grün und blau zugeordnet sind. So zeigt sich, dass einige Krater ein geringeres Rückstrahlungsvermögen als andere haben; Minerale wie Olivin oder Pyroxin beispielsweise absorbieren mehr Licht in längeren Wellenbereichen.

Während des Betriebs werden im Normalfall nur acht der Filter eingesetzt. Damit will man die Datenmengen begrenzen, die an Bord gespeichert werden müssen, bevor sie zur Erde gesendet werden können. Auch ist es nicht einfach, während des schnellen Überfluges ein und dasselbe Gebiet in allen Wellenlängen aufzunehmen. Zu Vergleichen werden Aufnahmen des MASCS (Mercury Atmospheric and Surface Composition Spectrometer) herangezogen, eines Hyperspektralmessgeräts, das Reflexionen in einem weit größeren Spektralbereich speichert. Auf dem unteren Bild ist das bereits erwähnte Gebiet am Südpol zu sehen. Die Bilddiagonale misst 80 Kilometer, die Auflösung beträgt 2,7 Kilometer pro Pixel. Der Krater rechts oben trägt den Namen Debussy.

Innerhalb von sechs Stunden machte Messenger insgesamt 363 Bilder, die nach und nach zur Erde übertragen werden. Dabei beginnt die offizielle Beobachtungskampagne erst am 4. April, und im Verlaufe eines Jahres werden rund 75.000 Fotos von der Planetenoberfläche erwartet. Alle Bilder, die bis jetzt aufgenommen wurden, dienen nur der Überprüfung der Funktionsfähigkeit der sieben wissenschaftlichen Instrumente an Bord.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App