20.04.2017
FLUG REVUE

Wettbewerb "Die Astronautin"Meteorologin und Eurofighter-Pilotin setzen sich durch

Im privat initiierten Wettbewerb "Die Astronautin" ist die Entscheidung gefallen: Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann werden die Ausbildung zur Raumfahrerin absolvieren - doch nur eine kann die erste Deutsche im All werden.

Die Astronautin: Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann

Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann (v. l.) absolvieren die Astronautenausbildung. Eine der beiden soll noch vor 2020 privat finanziert zur ISS fliegen. Foto und Copyright: Die Astronautin  

 

Nicola Baumann, Eurofighter-Pilotin, aus Köln und Insa Thiele-Eich, Meteorologin aus Bonn, haben die Chance, als erste deutsche Astronautin noch vor 2020 zur Internationalen Raumstation ISS zu fliegen. Die beiden Frauen setzten sich am Mittwoch gegen vier weitere Kandidatinnen der Initiative "Die Astronautin" durch.

Nicola Baumann, Jahrgang 1985, ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr in Növenich bei Köln. Sie trägt den Dienstgrad "Major" und ist unter anderem für die Luftraumüberwachung in Deutschland und befreundeten NATO-Ländern zuständig. Nach einer Offiziersausbildung machte die gebürtige Münchnerin eine Ausbildung zur Kampfflugzeugpilotin und absolvierte ein Maschinenbau-Fernstudium.

Insa Thiele-Eich, Jahrgang 1983, ist Meteorologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn. Sie betreibt Grundlagenforschung für eine verbesserte Wetter- und Klimavorhersage und untersucht beispielsweise den Wasser- und Energieaustausch zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre. In ihrer Doktorarbeit analysiert sich die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch. Ihr Studium absolvierte die gebürtige Heidelbergerin an der Universität Bonn.

Die ganze Mission soll privat finanziert werden

Baumann und Thiele-Eich werden voraussichtlich im dritten Quartal 2017 die mindestens zweijährige Astronautenausbildung beginnen. In dieser Zeit wird sich entscheiden, welche der beiden Frauen eine zehntägige Forschungsmission auf der ISS absolvieren darf. Der erste Trainingsabschnitt soll durch Crowdfunding finanziert werden, die Kampagne läuft noch bis zum 30. April. Auch der Aufenthalt auf der ISS soll privat finanziert werden.

Der Wettbewerb "Die Astronautin" wurde vom Raumfahrt-Personaldienstleister HE Space und dessen Chefin Claudia Kessler initiiert. Ziel ist nicht nur, die erste deutsche Astronautin zu finden, auszubilden und zur ISS zu schicken, sondern auch Frauen und Mädchen für technische Berufe und naturwissenschaftliche Studiengänge zu begeistern.

Mehr als 400 Frauen hatten sich bei "Die Astronautin" beworben. In mehreren Auswahlrunden reduzierte sich die Zahl der Kandidatinnen innerhalb von rund 15 Monaten schließlich auf sechs Frauen, die die medizinisch-psychologischen Eignungstests des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestanden. Die letzte Entscheidung traf eine Jury, der Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund (Vorstandsvorsitzende des DLR), Dr. Johannes von Thadden (Geschäftsführer von Airbus Defence and Space), Prof. Dr. Ulrich Walter (deutscher Astronaut und Professor am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der TU München) sowie Claudia Kessler (CEO von HE Space) angehörten. Die Jury gründete ihre Entscheidung auf einen acht Kriterien umfassenden Katalog, der an die Auswahlkriterien der vorherigen Astronautenauswahlen angelehnt ist.



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