18.09.2012
FLUG REVUE

MetOp-B erfolgreich gestartet

Der europäische Wettersatellit MetOp-B ist am 17. September 2012 um 18.28 Uhr MESZ an Bord einer Sojus-Rakete vom russischen Kosmodrom in Baikonur (Kasachstan) aus gestartet.

Der von der Europäischen Weltraumorganisation ESA ins All gebrachte Satellit ist der zweite im sogenannten MetOp-Programm von EUMETSAT, der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist für die fachliche Überwachung des MetOp-Programms zuständig. Deutschland ist über das DLR-Raumfahrtmanagement mit rund 30 Prozent an der Mission beteiligt. Genutzt werden dazu Mittel des Bundesverkehrsministeriums. Auch der Satellitenbus sowie ein wichtiges Instrument stammen aus Deutschland. Sie werden bei EADS Astrium in Friedrichshafen gebaut.

Das Radarinstrument Advanced Scatterometer (ASCAT), das bereits auf dem MetOp-A im Einsatz ist, beobachtet die Wasserreflektionen aus dem Weltraum. Das sogenannte Real Aperture Radar sendet von seinen drei Antennen Impulse aus, die von der Meeresoberfläche reflektiert werden. So beobachtet ASCAT die Meeresoberfläche und bildet Wellenbewegungen ab. Durch diese Wellenbilder können Meteorologen Rückschlüsse auf die Windverhältnisse über dem Meer ziehen. Windgeschwindigkeit und -richtung können so bestimmt und wichtige Wetterwarnungen ausgesprochen werden.

Mit dem MetOp-Programm überlässt die amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Europa das Feld in einer sehr wichtigen Erdumlaufbahn für die Beobachtung meteorologischer Phänomene. In 820 Kilometern Höhe zieht der Satellit seine Bahnen, während die Erde sich unter ihm weiterdreht. So kann MetOp-B einmal am Tag nahezu die komplette Erdoberfläche mit seiner Kombination aus abbildenden und sondierenden Instrumenten abtasten. Durch die verältnismäßig geringe Höhe ist die Auflösung der abbildenden Sensoren wesentlich besser als bei geostationären Satelliten, die in einer Höhe von knapp 35.800 Kilometern arbeiten. Allerdings verkleinert sich im gleichen Maßstab das Blickfeld der Instrumente. Von seinem Orbit aus misst MetOp-B den Zustand der Wolken, die Temperatur über Meer und Land sowie die Konzentration wichtiger Spurengase, wie zum Beispiel Ozon in der Atmosphäre. Außerdem erstellt er Temperatur- und Feuchtigkeitsprofile in Abhängigkeit von der Höhe. Die Daten von MetOp ermöglichen es, ein dreidimensionales meteorologisches Bild der Erde zu erstellen. Wettervorhersagen sollen so künftig noch genauer werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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