14.09.2013
FLUG REVUE

ErdbeobachtungMission GOCE nähert sich dem Ende

Nach mehr als vier Jahren präziser Vermessung des Erdschwerefeldes geht die Arbeitszeit des ESA-Satelliten GOCE ihrem Ende entgegen. In Kürze wird der Flugkörper in den dichteren Schichten der Erdatmosphäre verglühen.

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Dass die Form unserer Erde eher einer Kartoffel denn einer Kugel gleicht, wurde auch mit GOCE-Daten herausgefunden. © ESA  

 

GOCE steht für Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer, und dieser von Thales Alenia Space gebaute Flugkörper war am 17. März 2009 gestartet worden. Danach umkreiste er die Erde auf der niedrigsten Flugbahn, die jemals ein wissenschaftlicher Forschungssatellit innegehabt hatte, wobei er Variationen des Schwerefeldes der Erde mit bis dahin ungekannter Genauigkeit ermittelte. Wegen der ständig bremsenden Hochatmosphäre musste die Bahn regelmäßig mit Hilfe eines Ionentriebwerks korrigiert werden, dessen Treibstoffvorrat 40 Kilogramm Xenon betrug. Dieses Gas ist nun verbraucht, so dass der Absturz des Satelliten nicht mehr verhindert werden kann.

Der Wiedereintritt in die Atmosphäre wird etwa drei Wochen nach dem Verbrauch erfolgen, wobei Teile des Satelliten möglicherweise nicht verglühen werden. Wo und wann sie auf der Erdoberfläche niedergehen werden, kann jedoch derzeit noch nicht vorhergesagt werden. Angesichts dessen, dass zwei Drittel der Erde von Ozeanen bedeckt und weitere große Teile nur sehr dünn besiedelt sind, ist die Gefahr sehr gering, dass abstürzende Trümmerteile Schäden anrichten könnten. Rund 40 Tonnen solcher nicht verglühter Trümmerstücke von Raketen oder Satelliten gelangen pro Jahr auf die Erde zurück, aber eher wird man von einem Meteoriten getroffen als von solch einem Rest von Weltraumschrott.

 

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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