31.03.2014
FLUG REVUE

Generalprobe am 1. AprilMissionsteam von Sentinel-1A ist bereit

Die ersten Tage, die der Satellit Sentinel-1A nach seinem Start im Orbit verbringt, werden für die Flugingenieure in Darmstadt spannend und herausfordernd zugleich: Sie werden Tag und Nacht im Einsatz sein, um den Satelliten während seiner ersten kritischen Stunden im Weltraum zu begleiten.

sentinel

Sentinel-1A ist der erste von zwei hochmodernen europäischen Radarsatelliten. © ESA  

 

Sentinel-1A ist Teil des europäischen Copernicus-Programms und der erste einer Mission, bestehend aus zwei Satelliten (Sentinel-1A und Sentinel-1B), die mit Hilfe hochentwickelter Radarinstrumente die Landmassen und Ozeane der Erde beobachten und wetterunabhängig Bilder liefern wird. Sentinel-1A wird seine Reise in den Orbit am 3. April um 23:02 Uhr MESZ an Bord einer russischen Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus starten. Nicht einmal 25 Minuten später wird sich der Satellit in einer Höhe von 690 Kilometern von der Oberstufe der Rakete lösen. Die Abkopplung ist ein entscheidender Moment in der sogenannten LEOP (Launch and Early Orbit Phase), in der die Ingenieure im Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt (ESOC) die Verantwortung für den Satelliten übernehmen.

Während der ersten Orbits werden die Bodenteams die zwei Solarpaneele für die Stromversorgung des Satelliten sowie das Radarinstrument ausfahren. Im Gegensatz zu automatisch ausgeführten Entfaltungsabläufen bei einfacher gestalteten Systemen muss bei dieser komplexen Abfolge jeder einzelne Schritt in den ersten elf Flugstunden von den Ingenieuren am Boden gesteuert werden. Zusätzlich werden die Kontrolleure während der LEOP-Phase Tag und Nacht arbeiten, um die Sternennavigationskameras und GPS-Empfänger einzuschalten und den Allgemeinzustand des Satelliten zu überwachen. Zum Kontrollteam zählen Flugingenieure sowie Experten für Flugdynamik, Bodenstationen, Softwaresysteme und andere Spezialgebiete. Die Generalprobe findet am 1. April statt. Beteiligt sind Teams im ESOC, in Kourou und in den Bodenstationen in Schweden, Alaska, Norwegen und der Antarktis.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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