20.02.2014
FLUG REVUE

Neues ESA-WeltraumteleskopMit PLATO auf der Suche nach einer zweiten Erde

In einer genau ausbalancierten günstigen Entfernung von seinem Stern, mit Wasser auf der Oberfläche, so sollte der Planet sein, den die Wissenschaftler der PLATO-Mission außerhalb unseres Sonnensystems entdecken wollen. Unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird sich ein internationales Konsortium auf die Suche nach dieser zweiten Erde machen.

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PLATO soll neue, erdähnliche Exoplaneten finden. © DLR  

 

2024 soll das Weltraumteleskop starten, das die Europäische Weltraumorganisation ESA am 19. Februar 2014 unter fünf vorgeschlagenen Missionen ausgewählt hat. PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of Stars) wird dabei in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde - von einem der Lagrange-Punkte aus - für mindestens sechs Jahre den Himmel beobachten. Dabei, so schätzen die Planetenforscher, wird das Teleskop Tausende neuer Planeten an anderen Sternen entdecken und charakterisieren. 34 einzelne Teleskope auf einer Beobachtungsplattform können dafür zusammengeschaltet und somit gebündelt werden.

Um die weit entfernten Planeten zu entdecken, die um ihre hellen Sterne wie die Erde um die Sonne kreisen, greifen die Wissenschaftler auf eine indirekte Methode zurück: Sie beobachten die hellen Sterne - zieht ein Planet dann bei seiner Umlaufbahn vor dieser Sonne vorbei, schwächt er bei diesem Transit deren Licht leicht ab. Außerdem wird PLATO die Schwingungen der Sterne vermessen. Für die Planetenforscher bedeutet dies: Sie erfahren nicht nur von der Existenz der Exoplaneten, sondern bestimmen auch ihren Aufbau, ihren Radius und ihr Alter. Die Mission wird ungefähr die Hälfte des Himmels beobachten und dabei etwa eine Million Sterne untersuchen.

Neben der Suche nach der zweiten, lebensfreundlichen Erde gewinnen die Planetenforscher aber auch Erkenntnisse über die Entwicklung von Planetensystemen. Bisher ist das Wissen über das Alter von extrasolaren Planeten noch sehr gering. Die Himmelskörper hingegen, die das Weltraumteleskop PLATO beobachtet, werden unterschiedlich alt sein. Für die Wissenschaftler wird PLATO eine Fülle an Daten liefern, die in dieser Genauigkeit so bisher noch nicht vorlagen. Das wissenschaftliche Datenzentrum für die Mission wird sich am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung befinden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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