07.04.2014
FLUG REVUE

Wasser im SaturnsystemNASA-Messungen bestätigen einen Ozean unter dem Enceladus-Eispanzer

Was Planetenforscher schon lange vermuteten, scheint jetzt Gewissheit zu sein: Unter dem dicken Eispanzer des Saturnmondes Enceladus verbirgt sich ein Ozean aus flüssigem Wasser.

enceladus

Der Ozean unter dem Eis dürfte bis zu zehn Kilometer tief sein. © NASA  

 

Schwerkraftmessungen der Saturnsonde Cassini und des Deep Space Networks der NASA haben die wissenschaftliche These erhärtet, dass der Eispanzer des Enceladus‘ auf einem Ozean aus flüssigem Wasser schwimmt, dessen Zentrum wiederum ein Gesteinskern bildet. Dieser Gedanke kam erstmals im Jahre 2005 auf, als Cassini in der Nähe des Mondsüdpols Geysire aus Wasser und Eis entdeckte (in unserem Bild an der Mondunterseite). Die Schwerkraftdaten wurden bei Vorbeiflügen der Sonde an dem Mond gewonnen, weil sich dabei die Fluggeschwindigkeit des Raumflugkörpers ändert.

Nach den gegenwärtigen Erkenntnissen ist der Eispanzer des rund 500 Kilometer durchmessenden Mondes bis zu 40 Kilometer dick, während der Ozean darunter etwa zehn Kilometer tief ist. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass sich in dem Wasser mikrobielles Leben entwickelt haben könnte. Andere wiederum behaupten, das sei nur in einer habitablen Zone rund um einen Zentralstern möglich, wo sich flüssiges Wasser frei halten kann. Auf dem Enceladus jedoch ist es viel zu kalt, und selbst der Ozean besteht wohl eher aus einer Art flüssigem Eisbrei als aus Wasser, wie wir es kennen.

Cassini ist seit der Erstentdeckung der Geysire inzwischen 19-Mal mehr oder weniger dicht an Enceladus vorbei geflogen; bei drei dieser Flüge wurden präzise Bahnvermessungen durchgeführt. Die Gravitationsdaten wiesen darauf hin, dass sich in der Tiefe Material befinden müsse, dass dichter ist als Eis – bei Wasser beträgt dieser Koeffizient sieben Prozent. Die tiefen Risse im Eis, aus denen die Eis- und Wasserfontänen sprühen, haben wiederum ihre Ursache in der riesigen Masse des Saturn, der bei jeder Umkreisung des Mondes an dessen Oberfläche zieht und zerrt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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