23.12.2015
FLUG REVUE

Geplante Mars-MissionNASA sagt Start von InSight ab

Die amerikanische Raumfahrtagentur NASA verschiebt den für März 2016 geplanten Start der InSight-Mission, bei der ein Lander auf der Marsoberfläche abgesetzt werden sollte.

NASA-Marsmission InSight

Bei der InSight-Mission sollte ein Lander geologische Untersuchungen auf der Marsoberfläche durchführen. Foto und Copyright: NASA/JPL-Caltech  

 

Im März 2016 wollte die NASA die InSight-(Interior Exploration using Seismic Investigations Geodesy and Heat Transport)-Mission starten, um den geologischen Aufbau des Mars besser zu verstehen. Doch technische Probleme am Hauptinstrument der Nutzlast führen zu Verzögerungen, die die ganze Mission in Frage stellen.

Bei der Mission soll ein stationärer Lander auf der Marsoberfläche abgesetzt werden, der Gesteinsformationen in der Tiefe untersucht. Doch ein Leck an einem Seismometer der französischen Raumfahrtagentur CNES (Centre national d'études spatiales) macht der Mission nun einen Strich durch die Rechnung. Versuche, den Schaden an dem Instrument namens SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure) zu beheben, seien fehlgeschlagen, teilte die NASA am Dienstag mit.

Das Seismometer, das Bodenbewegungen im Atombereich messen soll, muss wegen der rauen Bedingungen auf dem Mars im Vakuum betrieben werden. In diesem Jahr seien bereits Probleme aufgetreten, doch die Dichtung konnte repariert werden. Bei Tests am Montag unter extremer Kälte (-45 °C) sei jedoch wieder ein Leck aufgetreten.


Wird die Mission gestrichen?

Aufgrund der mangelnden Zeit bis März habe man sich entschieden, die Mission zu verschieben. "Es ist das erste Mal, dass ein solch empfindliches Instrument gebaut wird. Wir waren auf einem guten Weg, doch dann ist eine Anomalie aufgetreten, die weitere Untersuchungen erfordert. Unsere Teams werden eine Lösung finden, es zu reparieren, aber das Problem wird nicht rechtzeitig vor dem geplanten Start im März 2016 behoben werden können", sagte Marc Pircher, Direktor des Space Centers des CNES in Toulouse.

InSight sollte im September 2016 auf dem Mars landen und rund zwei Jahre Daten sammeln. Nur alle 26 Monate sind die Bedingungen für Flüge zum Mars gegeben, für InSight war das geplante Startfenster vom 4. bis zum 30. März. Ob die Mission 2018 eine neue Chance bekommt oder angesichts enger Budgetgrenzen ganz gestrichen wird, ist noch unklar.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
UE


Weitere interessante Inhalte
US-Astronaut und Senator Trauer um John Glenn

09.12.2016 - Im Alter von 95 Jahren ist John Glenn am Donnerstagabend gestorben. Er war der erste Amerikaner, der 1962 in einem Raumschiff die Erde umkreiste. … weiter

Space Poop Challenge NASA sucht Lösungen für Toilettengang im All

30.11.2016 - Wie könnte es Astronauten auf Langzeitreisen leichter gemacht werden, ihre Notdurft zu verrichten? Die US-Raumfahrtbehörde hat dafür einen Ideenwettbewerb im Internet ausgelobt. … weiter

OSIRIS-REx Asteroiden-Jäger

15.11.2016 - Die NASA-Sonde OSIRIS-REx ist nicht das erste Raumfahrzeug, das auf Tuchfühlung mit einem Asteroiden geht. Aber sie soll mehr Gestein und Staub zurück zur Erde bringen als bisherige Missionen. … weiter

Morphing Wing im Windkanal NASA will den gesamten Flügel verbiegen

04.11.2016 - Seit längerer Zeit versuchen Ingenieure, nahtlos-biegsame Flügel zu konstruieren, die ihre Form ohne Klappen stufenlos verändern können. Jetzt schlagen NASA und MIT einen neuen Ansatz vor: Das … weiter

NASA vergibt Aufträge an vier Unternehmen Grüne Experimentalflugzeuge

11.10.2016 - Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA lässt ihre X-Flugzeuge wieder aufleben, um Öko-Technologien zu erproben. Kürzlich wurden weitere Unternehmen mit der Ausarbeitung von Konzepten … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App