26.07.2013
FLUG REVUE

NASA-Satellit WISE erklärt die Natur der Zentauren

Die Zentauren, kleine Himmelskörper auf Bahnen zwischen Jupiter und Neptun, bergen seit jeher ein Geheimnis: Handelt es sich um Asteroiden oder Kometen? Jüngste Daten von WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) weisen nun darauf hin, dass es sich in der Mehrheit um Kometen handelt.

Eben wegen ihrer bislang ungeklärten Doppelnatur wurden diese Trümmerstücke als Zentauren bezeichnet, nach den Mischwesen aus der griechischen Mythologie mit dem Oberkörper von Menschen und dem Unterleib von Pferden. Bisher sind 18 davon namentlich bekannt, wenige weitere tragen Nummern. Alle fliegen auf instabilen und chaotischen Bahnen und kreuzen immer wieder die Umlaufbahnen von Neptun, Jupiter und Saturn, weshalb sie in Fachkreisen auch als „Äußere Planeten-Kreuzer“ bekannt sind. Der größte der Zentauren ist der etwa 200 Kilometer große, 1977 entdeckte Chiron.

Obwohl Beobachtungen in der Vergangenheit einige Hinweise auf Kometenschweife ergaben und andere Körper als Asteroiden gelten konnten, war eine genaue Zuordnung wegen ihrer geringen Größe und der großen Entfernung nicht möglich. Jetzt aber sind sich die NASA-Wissenschaftler sicher, dass es sich bei diesen Himmelskörpern in der Mehrzahl um solche „kometären Ursprungs“ handelt, also frühere Kometen, die aus dem Kuipergürtel ins Sonnensystem gelangten. WISE sendete Infrarotaufnahmen von 52 Zentauren und weiteren auf unregelmäßigen Bahnen fliegenden Körpern zur Erde, sogenannten Scattered Disk Objects, von denen bisher 319 gezählt wurden. Bei 15 davon handelte es sich um Neuentdeckungen.

Die Rückstrahlung des infraroten Lichts wurde mit Farbinformationen im sichtbaren Licht kombiniert, welche in der Mehrzahl blaugraue oder rötliche Oberflächen zeigten. Erstere weisen auf Kometen, letztere auf Asteroiden hin, und so sind rund zwei Drittel der Zentauren als Kometen anzusehen, welche aus den kalten Außenbezirken des Sonnensystems stammen dürften. Allerdings ist die genaue Natur einiger der Körper noch nicht eindeutig geklärt, so dass noch eine Menge Arbeit vor den Astronomen liegt.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App