13.01.2016
FLUG REVUE

Zwergplanet CeresNASA-Sonde Dawn schickt hochauflösende Kraterfotos

Die Raumsonde Dawn umkreist den Zwerplaneten Ceres derzeit in nur rund 385 Kilometern Entfernung. Hochauflösende Fotos zeigen eine Oberfläche voller Krater und Risse.

Krater Kupalo auf dem Zwerplanet Ceres

Krater Kupalo auf dem Zwerplanet Ceres. Foto und Copyright: DLR  

 

Seit Dezember 2015 befindet sich die NASA-Raumsonde Dawn in einem niedrigen Orbit um Ceres. Nun hat Fotos sie zur Erde geschickt, die den Zwerplaneten in der bisher besten Auflösung von 35 Meter pro Bildpunkt zeigen, teilt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) mit. Auf den Bildern sind deutlich Krater, Risse, Aufwölbungen und helle Flecken zu erkennen.

"Ceres hat einen recht anständigen Eisanteil und ist daher ein sehr dynamischer Körper - das macht den Zwergplaneten auch so spannend", sagt Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher am DLR und Mitglied im Dawn-Team der Mission. Es gebe vollkommen unterschiedliche Krater, stellenweise sei die Oberfläche auch schon wieder ausgeglichen und helles Material gebe Rätsel auf.

Fragen wirft auch der Krater Kupalo auf: Der Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 26 Kilometern ist in seinem Inneren mit Material gefüllt, das flache Ebenen innerhalb der Kraterränder bildet. "Kupalo gehört zu den interessanten Gebieten, weil die Oberfläche des Kraterbodens noch einmal überprägt wurde", sagt DLR-Planetenforscher Jaumann. "Das Material in seinem Inneren ist jünger als der Krater selbst."

Der Krater dürfte mehr als zwei Kilometer tief sein, ist aber über die Hälfte mit feinem Material gefüllt. Sein Kraterrand erhebt sich wohl nur noch 1000 Meter über das Kraterinnere. Woher dieses Material stammt, sorgt für Diskussionen unter den beteiligten Wissenschaftlern der Mission. "Es könnte Schmelzmaterial sein, das durch die Energie des Einschlags entstanden ist, aber auch aus dem Inneren von Ceres stammen", so Jaumann.

Auch bei den hellen Streifen am Kraterrand gibt es mehrere Möglichkeiten, was diese verursacht: "Es könnten Salzablagerungen sein, aber auch Eis", sagt Jaumann. "Oder es sind glatte Flächen, die besonders stark spiegeln - und die Sonne spielt uns einen Streich." Ob die ungewöhnlichen hellen Flecken Salzablagerungen oder Eis sind, ist noch unklar. Mit der geplanten Aufnahme von Farb- und Spektraldaten bis zum Sommer 2016 sollen unter anderem die hellen Flecken und ihr Ursprung entschlüsselt werden.

Die Mission Dawn wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
UE


Weitere interessante Inhalte
Space Poop Challenge NASA sucht Lösungen für Toilettengang im All

30.11.2016 - Wie könnte es Astronauten auf Langzeitreisen leichter gemacht werden, ihre Notdurft zu verrichten? Die US-Raumfahrtbehörde hat dafür einen Ideenwettbewerb im Internet ausgelobt. … weiter

OSIRIS-REx Asteroiden-Jäger

15.11.2016 - Die NASA-Sonde OSIRIS-REx ist nicht das erste Raumfahrzeug, das auf Tuchfühlung mit einem Asteroiden geht. Aber sie soll mehr Gestein und Staub zurück zur Erde bringen als bisherige Missionen. … weiter

Morphing Wing im Windkanal NASA will den gesamten Flügel verbiegen

04.11.2016 - Seit längerer Zeit versuchen Ingenieure, nahtlos-biegsame Flügel zu konstruieren, die ihre Form ohne Klappen stufenlos verändern können. Jetzt schlagen NASA und MIT einen neuen Ansatz vor: Das … weiter

NASA vergibt Aufträge an vier Unternehmen Grüne Experimentalflugzeuge

11.10.2016 - Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA lässt ihre X-Flugzeuge wieder aufleben, um Öko-Technologien zu erproben. Kürzlich wurden weitere Unternehmen mit der Ausarbeitung von Konzepten … weiter

Juno-Sonde Jupiter-Mission der NASA

20.09.2016 - Nach fünf Jahren ist die Juno-Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA am 5. Juli an ihrem Ziel angekommen. Sie soll die Geheimnisse des Jupiter entschlüsseln. Doch die Bedingungen sind eine … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App