19.03.2015
FLUG REVUE

MarsforschungNASA-Sonde MAVEN findet Polarlichter und mysteriöse Staubwolke

Zwei unerwartete Phänomene entdeckte MAVEN in der Marsatmosphäre: eine Staubwolke in sehr großer Höhe und Polarlichter, die tief hinab reichen.

MAVEN

Ähnlich den Polarlichtern auf der Erde zeigt sich die Marsaurora, doch hat sie andere Ursachen. © NASA  

 

„Staubwolken in Höhen zwischen 150 und 300 Kilometern über der Marsoberfläche hatten wir nicht erwartet“, sagt Laila Andersson von der Universität of Colorado in Boulder. Wenn dieser Staub tatsächlich von der Oberfläche kommt, fehlen uns noch einige grundlegende Erkenntnisse über die Prozesse, die in der Marsatmosphäre ablaufen.“ Die Wolke war vom LPW-Instrument an Bord der Sonde entdeckt worden (Langmuir Probe and Waves) und war sehr stabil während der gesamten Zeit der Untersuchung. Bislang können die Wissenschaftler noch nicht sagen, ob es sich dabei um ein zeitlich begrenztes Phänomen handelt oder um etwas, dessen Entstehung bereits lange zurückliegt. Die Wolke ist in Oberflächennäher am dichtesten, aber auch am dünnsten. Die anderen Bordgeräte der Sonde haben bislang noch nicht auf diese Wolke reagiert. Für die Herkunft der Staubteilchen gibt es verschiedene Theorien: Entweder stammen sie vom Planeten selbst oder von seinen Monden Phobos und Deimos, sie könnten aber auch vom Sonnenwind hergeweht worden sein als Reste von Asteroiden oder Kometen, die in Sonnennähe zerfallen sind.

MAVENs IUVS-Instrument (Imaging Ultraviolet Spectrograph) entdeckte zudem kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres eine Aurora in der Marsatmosphäre, weshalb die Wissenschaftler sie als „Weihnachtslicht“ bezeichneten. Das helle, ultraviolette Glühen, das mit bloßen Augen nicht zu sehen ist, umspannte die gesamte nördliche Hemisphäre des Planeten. Arnaud Stiepen von der Uni of Colorado zeigte sich sehr überrascht davon: „Erstaunlich ist vor allem, dass die Lichter sehr tief in die Atmosphäre hineinreichen, viel tiefer als die Polarlichter auf der Erde. Sie müssen von sehr energiereichen Elektronen hervorgerufen worden sein.“ Ausgangspunkt dieser Elektronen ist die Sonne, und weil der Mars schon vor Milliarden von Jahren sein Magnetfeld verlor, können sie direkt auf die Atmosphäre einwirken.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Zweite Flugtestserie NASA untersucht adaptive Flügelhinterkanten

31.05.2017 - Mit einer modifizierten Gulfstream GIII hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA Flugtests in Kalifornien durchgeführt. … weiter

Experimental-Raumgleiter der US Air Force X-37B landet nach 718 Tagen im All in Florida

08.05.2017 - Der geheimnisvolle Raumgleiter X-37B der US Air Force ist nach fast zwei Jahren im Weltraum am Kennedy Space Center in Florida gelandet. … weiter

Bemannte Raumfahrt Boeings Tor zum Weltall

19.04.2017 - Eine Raumstation in Mondnähe und ein Mars-Raumschiff: Der amerikanische Flugzeug- und Raumfahrtkonzern hat neue Konzepte für die interplanetare Raumfahrt vorgestellt. … weiter

Neues System von Rockwell Collins Überschallknall im Cockpit visualisiert

23.03.2017 - Der US-Avionikhersteller Rockwell Collins hat ein System entwickelt, das Piloten von künftigen Überschallflugzeugen die Lärmauswirkungen am Boden auf einem Display darstellt. … weiter

Luftfahrtfortschung NASA führt Überschall-Testflüge durch

21.03.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde will mit einer Reihe von Flugtests Technologien untersuchen, die künftige Überschallflugzeuge effizienter machen sollen. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App