06.03.2014
FLUG REVUE

Erforschung des PolarlichtsNASA startet Höhenrakete zur Mission GREECE

Eigentlich sollte die Höhenrakete von der Poker Flat Research Range in Alaska bereits in einem Startfenster vom 24. Januar bis zum 6. Februar abheben, doch gerade in dieser Zeit waren keine Polarlichter zu sehen – und gerade um die geht es im Experiment GREECE.

aurora

Mit Hilfe des Experiments GREECE sollen die Ursachen für die quirligen Lichterscheinungen am Nachthimmel Alaskas untersucht werden. © NASA  

 

GREECE steht für Ground-to-Rocket Electrodynamics-Electrons Correlative Experiment, bei dem die Entstehung und Bewegung jener klassischen leuchtenden Wellen erforscht wird, welche die Polarlichter wie im Wind bewegte Gardinen aussehen lassen. Sie entstehen im aufgeladenen und erhitzten Plasma der Hochatmosphäre und werden vom Sonnenwind ausgelöst. Dieser Energietransport von der Sonne zur Erde sowie die Interaktion mit der irdischen Magnetosphäre interessiert die Wissenschaftler vom Southwest Research Institute aus San Antonio, Texas (SwRI). Ihr Experiment besteht dabei aus zwei Teilen: Kameras zur Beobachtung der Polarlichter vom Boden aus und die Messungen im Herzen der Lichterscheinungen mit dem höchsten Punkt der Flugbahn über der Ortschaft Venetie in Alaska. Die Flugzeit der Rakete lag bei 600 Sekunden, in welchen die Instrumente an Bord Informationen über die geladenen Teilchenströme sowie die elektrischen Felder sammeln konnten.

Der Vergleich dieser Messreihen mit den vom Boden aus beobachteten Lichtern soll ein besseres Verständnis der physikalischen Vorgänge in der Hochatmosphäre liefern. Möglicherweise sind sie auf sogenannte Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten zurückzuführen, das Anwachsen von Störungen an der Grenze zweier atmosphärischer Schichten, der geladenen und der ungeladenen. So ähnlich entstehen auch die Kräuselungen des Rauchs über einem Räucherstäbchen in der ansonsten völlig ruhigen Luft eines Zimmers. „Eine andere Möglichkeit wären elektromagnetische Wellen im Plasma, aber vielleicht gibt es auch noch ganz andere Ursachen“, sagt Marilia Samara vom SwRI, zuständig für die Kameras und die Teilchenmessungen, während ein Team der University of California in Berkeley die elektrischen und magnetischen Felder vermaß. Die Poker Flat Research Facility schließlich gehört zur University of Alaska in Fairbanks.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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