28.11.2011
FLUG REVUE

NASA startet neue Marssonde

"Curiosity" (Neugierde) heißt der amerikanische Rover, der am 26. November 2011 in Richtung Mars gestartet ist. Mit zehn Instrumenten an Bord soll er Informationen liefern, wie lebensfeindlich oder auch –freundlich der Rote Planet in der Vergangenheit war – und für zukünftige bemannte Missionen sein kann.

Hauptnutzlast der Mission "Mars Science Laboratory" ist ein neuer Marsrover, ein wahres Schwergewicht: Fast eine Tonne wiegt "Curiosity", der mit einem komplizierten Schwebeverfahren auf der Marsoberfläche abgesetzt werden soll. Zwei Mal so lang und fünf Mal so schwer wie die Vorgänger "Spirit" und "Opportunity" wird der fast autogroße Rover unter anderem die Marsoberfläche mit Kameras beobachten, sich mit einem Bohrer in den Boden vorarbeiten und die Zusammensetzung von Boden- und Felsproben bestimmen und auch die Strahlung am Boden und in der Atmosphäre messen.

Der Gale-Krater, in dem Mars-Rover "Curiosity" seine Erkundungsreise starten wird, ist ein Krater mit einem Durchmesser von mehr als 150 Kilometern. Im Rennen um die interessanteste Landestelle setzte er sich letztendlich gegen den Eberswalde-Krater, den Holden-Krater und das Mawrth Vallis durch. Er bietet nicht nur ausreichend Platz für eine möglichst sichere Landung, sondern ist für die Planetenforscher weltweit gleich aus zwei Gründen spannend.

"Die Mineralogen werden begeistert sein, weil multispektrale Messungen bereits gezeigt haben, dass es im Gale-Krater Mineralien gibt, die wahrscheinlich in Zusammenhang mit flüssigem Wasser entstanden sind", erläutert Mars-Experte Ernst Hauber vom DLR-Institut für Planetenforschung. Er hat an mehreren Workshops in den USA teilgenommen, in denen die Landestellen und ihre Vor- und Nachteile durch die wissenschaftliche Brille betrachtet wurden. Für Hauber ist es vor allem die Geomorphologie des Kraters, die ihn von dieser Landestelle überzeugt hat. "Im Krater selbst ist eine Art Stapel aufgeschichteter Sedimente – wir Planetenforscher wollen da natürlich herausfinden, wie dieser Sedimentstapel entstanden ist", erläutert Hauber. "War das der Wind, ist es durch Wasser geschehen? Das können wir mit dieser Mission lernen." 

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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