20.03.2014
FLUG REVUE

Aus für die alten SchützenpanzerNASA stellt neue Rettungsfahrzeuge für Astronauten in Dienst

Während künftiger Starts des Raumtransportsystems SLS/Orion sollen MRAPs (Mine-Resistant Ambush-Protected Vehicles) bei Notfällen auf der Startrampe die Besatzungen schnell und sicher aus dem Gefahrenbereich bringen.

Bricht beispielsweise auf der Rampe ein Brand aus, verlässt die Crew so schnell wie möglich die Kapsel und begibt sich zur Rückseite des Startturms, von wo aus an Seilrollen laufende Körbe jeweils zwei Astronauten schnell zum Erdboden befördern. Am Endpunkt der langen, schräg verlaufenden Stahlseile stehen dann die MRAPs und bringen die Männer und Frauen zu einem unterirdischen Bunker in Sicherheit. Seit der Saturn-V-Ära mit den Apollo-Kapseln und später den Space Shuttles wurde diese Aufgabe von „zivilisierten“ Schützenpanzern des Typs M 113 wahrgenommen, doch nun haben diese ausgedient. Vier der neuen Fahrzeuge wurden im Rahmen des Ground Systems Development and Operations Program (GSDO) beschafft und mittlerweile vom US Army Red River Depot in Texarkana, Texas, per Schiff ans Cape befördert. Nunmehr werden sie noch einigen Modifikationen unterzogen, damit sie den NASA-Anforderungen voll entsprechen.

Zwei Jahre dauerte der Auswahlprozess, bis sich die NASA-Experten für das MRAP „Caiman“ der US Army entschieden, das speziell für Einsätze in Afghanistan und dem Irak entwickelt worden war. Solch ein Fahrzeug bietet mehr Innenraum, ein größeres Sichtfeld für den Fahrer und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Auf Klappsitzen finden bis zu acht Passagiere Platz. Bisher haben zwei Mitarbeiter die Bedienungsberechtigung für die Fahrzeuge erworben; künftig soll die Fahrausbildung – wie schon bei den M 113 – auch zur Startvorbereitung der Astronauten gehören.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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