16.02.2011
FLUG REVUE

NASA veröffentlicht Tempel-Bilder

Die Raumsonde Stardust NEXT hatte sich am 14. Februar dem Kometen Tempel 1 bis auf 178 Kilometer Entfernung genähert und während des Vorbeifluges 72 Aufnahmen von seiner Oberfläche gemacht. Zugleich sammelte die Sonde Daten über die den Kometen umgebende Staubwolke.

Die bislang zur Erde gefunkten Aufnahmen sind nicht ganz so scharf wie die bisher vom Kometen bekannten. Das liegt daran, dass sie aus größerer Entfernung entstanden, während die früheren Bilder vom Impaktor der Sonde Deep Impact stammen, der noch bis kurz vor seinem Aufschlag Daten sendete.

Ungeachtet dessen erkannten die Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratory der NASA nicht nur die Einschlagstelle, sondern vermerkten auch weitere Veränderungen auf der Kometenoberfläche. Sie sehen das als Beweis dafür, dass Kometen während ihrer Wanderung durch das Sonnensystem tatsächlich ihr Erscheinungsbild ändern. Immerhin bestehen sie nur aus Eis, Staub und Gesteinsbrocken und verlieren in Sonnennähe wegen der Aufheizung zunehmend an Material - äußeres Zeichen dafür ist der markante Schweif.

Während des Vorbeifluges passierte die Sonde Zonen solcher Masseauswürfe. Rund ein Dutzend "Einschläge" von Staub- oder Eisteilchen wurden von den Sensoren des Schutzschildes registriert. Don Brownlee von der Universität von Washington in Seattle verglich die Situation mit B-17-Bombern im Zweiten Weltkrieg, die durch feindliches Flakfeuer fliegen mussten.

Während sich die Sonde nun wieder von Tempel 1 entfernt, wird sie noch so lange wie möglich Bilder des immer kleiner werdenden Himmelskörpers zur Erde senden. Bisher hat sie rund 3,5 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem zurückgelegt. Nun sind ihre Reserven erschöpft, und sie wird bald selbst zu einem stummen Wanderer im Sonnensystem.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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