13.06.2014
FLUG REVUE

Neue Bilder vom MarsUngewöhnliche Ablagerungen in Atlantis Chaos

Die Region Terra Sirenum im südlichen Marshochland wartet mit sehr unterschiedlichen Geländeformen auf. Ein Beispiel für die vielfältigen geologischen Prozesse, die dort auf kleinem Raum abgelaufen sind, ist das etwa 200 Kilometer große Atlantis-Becken mit einer wirren, zerfurchten Landschaft namens Atlantis Chaos.

Atlantis Chaos ist eine wild strukturierte Landschaft, die aus einer Ansammlung von mehreren hundert kleinen Bergspitzen und Tafelbergen mit heller Oberfläche besteht, die in einer nahezu kreisrunden Tiefebene verteilt sind. Vermutlich handelt es sich um so genannte Zeugenberge, also Überreste einer zusammenhängenden Hochfläche, die durch Erosion zum großen Teil abgetragen wurde. Ursprünglich könnte es sich dabei um Ablagerungen gehandelt haben, die der Wind in das Becken getragen hat. Später wurden diese Sedimente durch den Einfluss von Wasser verändert. Auf der Erde sind solche Sedimentdecken als Löß bekannt; in China gibt es Vorkommen, die bis zu 400 Meter mächtig sind.

Das Atlantis-Becken ist vermutlich durch einen Asteroideneinschlag in der Frühzeit des Mars entstanden. Das kreisrunde Profil eines möglichen Kraterrands ist kaum noch ausgeprägt. Neben Atlantis gibt es in Terra Sirenum noch einige weitere größere Becken, die vermutlich auch auf Einschläge zurückzuführen sind. Zahlreiche Wissenschaftler vermuten, dass die zum Teil miteinander verbundenen Senken der Krater einst von einem stehenden Gewässer angefüllt waren, dem hypothetischen Eridana-See, der eine Ausdehnung von über einer Million Quadratkilometern gehabt haben könnte - eine Fläche, halb so groß wie das Mittelmeer.

Die dargestellte Landschaft hat eine Ausdehnung von etwa 600 Kilometern in Nord-Süd-Richtung und 250 Kilometern in Ost-West-Richtung, was etwa der doppelten Größe Österreichs entspricht. Das Atlantis-Becken ist durch eine Art Kanal mit einem weiter südlich gelegenen, kleineren Becken von 175 Kilometern Durchmesser verbunden. Auch in dieser runden Senke sind einige Bergreste in chaotischer Anordnung zu sehen. Sie sind wie die Bergstotzen im benachbarten Atlantis-Becken ebenfalls mit einem hellen Material bedeckt.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Europäisch-japanische Merkur-Sonde BepiColombo durchläuft letzte Tests in Flugkonfiguration

06.07.2017 - Im Oktober 2018 startet mit BepiColombo die erste europäische Forschungsmission zum Planeten Merkur. … weiter

Parabelflugzeug A310 Zero-G Weltraumgefühl durch virtuelle Realität

26.06.2017 - An Bord des Parabelflugzeugs von Novespace können Passagiere nicht nur Momente der Schwerelosigkeit erleben, sondern nun mithilfe von VR-Brillen auch die Erde aus dem Weltall sehen. … weiter

LTE-Nachfolger ESA-Initiative für 5G-Satelliten

22.06.2017 - Die europäische Raumfahrtagentur ESA und führenden Unternehmen der Satellitenindustrie wollen bei der Entwicklung von Satelliten für das Mobilfunknetz der Zukunft zusammenarbeiten. … weiter

Deutscher ESA-Astronaut So heißt Gersts nächste ISS-Mission

29.05.2017 - Alexander Gerst hat am Montag in Köln den Namen und das Logo seiner nächsten Mission zur Internationalen Raumstation präsentiert. … weiter

Europäische Weltraumorganisation Drohnenversuche in sizilianischen Höhlen

23.05.2017 - Am vergangenen Wochenende beteiligte sich ESA-Astronaut Luca Parmitano an Höhlenforschungen auf Sizilien. Der Einsatz von Drohnen in dunklen, beengten Räumen wurde hier in der Praxis erprobt. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 08/2017

FLUG REVUE
08/2017
10.07.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Stratolaunch: Das größte Flugzeug der Welt
Atlanta: Der größte Flughafen der Welt
Paris Air Show: Die größte Luftfahrtschau der Welt
Transall: Abschied von Penzing


aerokurier iPad-App