07.01.2011
FLUG REVUE

Neue Bilder von unserer schönen Nachbarin

Mit der Hilfe zweier ESA-Observatorien, des Infrarotteleskops Herschel und des Röntgensatelliten XMM-Newton, haben Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA neue, äußerst detailreiche Bilder unserer Nachbargalaxie Andromeda gewonnen. Diese entfalten aber erst am Computer ihre ganze Schönheit, denn sowohl die Infrarot- als auch die Röntgenstrahlung sind für das menschliche Auge unsichtbar.

Andromeda, laut der griechischen Mythologie eine sagenhafte Schöne, Frau des Perseus und Vorfahrin des Herakles, war die Namensgeberin für ein Sternbild des nördlichen Sternhimmels, eines der 48 klasischen Sternbilder der Antike, die bereits von Ptolemäus beschrieben worden waren. Es besteht aus vier Sternen, die alle nicht weiter als etwa 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Dahinter aber, mit rund 2,7 Millionen Lichtjahren Entfernung viel weiter draußen im All, liegt der Andromedanebel, die Galaxie M 31, welche die unserer Milchstraße am nächsten gelegene Spiralgalaxie ist.

Wegen ihrer relativen Nähe ist Andromeda schon lange ein bevorzugtes Beobachtungsobjekt der Astronomen, welche mit den Astronomiesatelliten völlig neue Hilfsmittel zur Verfügung haben. So gelangen ihnen zur Weihnachtszeit 2010 neue Aufnahmen mit Hilfe der Instrumente der Satelliten Herschel und XMM-Newton. Ersterer beispielsweise zeichnete Wolken aus kühlem Gas auf, innerhalb derer sich heiße Inseln der Sternentstehung zeigen. Irgendwann werden diese Protosterne eine genügend große Dichte erreichen, dass sie anfangen von selbst zu leuchten und damit auch für das menschliche Auge sichtbar zu sein.

Gegenüber anderen Spiralgalaxien zeigt Andromeda einen deutlichen Staubring mit einer Entfernung von rund 750.000 Lichtjahren vom Zentrum. Experten vermuten, er sei bei der Kollision mit einer anderen Galaxie entstanden. XMM-Newton hingegen dokumentiert mit den Röntgenbildern das Sterben der Sterne, deren Kernbrennstoff verbraucht ist. Damit ergänzen die Satellitenteleskope unser Wissen über das Universum enorm, denn im sichtbaren Spektrum sehen wir nur "erwachsene" Sterne, während wir für "Kinderstube" und "Altersheim" auf technische Hilfsmittel zurückgreifen müssen.




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FLUG REVUE 12/2016

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