02.12.2013
FLUG REVUE

Wie entstand das Weltall? Neue ESA-Missionen zum Studium des unsichtbaren Universums

Das heiße und energiereiche Universum sowie die Suche nach den schwer fassbaren Gravitationswellen stehen im Mittelpunkt der nächsten beiden großen Wissenschaftsmissionen der ESA. Sie sollen helfen, fundamentale Fragen der Astrophysik zu klären.

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Künstlerische Darstellung einer aktiven Galaxie. © ESA  

 

Für beide Satelliten oder Raumsonden gibt es noch keine Eigennamen, nur Projektbezeichnungen. L2 heißt die erste, was für die zweite große (large) Mission der ESA steht (L1 ist die Jupitersonde JUICE). Dieses Röntgenobservatorium soll etwa 2028 starten und zwei Fragen beantworten: Wie sammelt sich Materie so, dass daraus Galaxien und galaktische Sternhaufen entstehen, und wie entstehen Schwarze Löcher?

L3 dagegen hat das Studium der Raum-Zeit-Beziehungen im Universum zum Inhalt, vor allem ihre Beeinflussung durch Objekte mit sehr großer Gravitation, wie etwa Paare sich vereinigender Schwarzer Löcher. Mittels des Nachweises der von Einstein zwar vorhergesagten, jedoch noch nicht direkt nachgewiesenen Gravitationswellen soll so ein neues Fenster ins Universum geöffnet werden. Diese Mission soll 2034 starten und ein extrem genaues „Gravitometer“ als Hauptinstrument tragen, das gegenüber den früher gebauten ESA-Observatorien eine enorme technologische Herausforderung darstellen wird.

Der Auswahlprozess für beide Missionen hatte im März 2013 begonnen, nachdem aus der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft 32 Vorschläge bei der ESA eingegangen waren. Obwohl noch viel Zeit bis zu den Starts beider Observatorien vergeht, wird die ESA schon Anfang 2014 Vorschläge für die Realisierung des Röntgenteleskops einfordern. Etwas später im nächsten Jahr beginnen auch die Studien zur Realisierung von L2.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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