06.08.2013
FLUG REVUE

Neue NASA-Marssonde MAVEN ist am Startplatz eingetroffen

Lockheed Martin hat am 2. August die nächste Marssonde der NASA MAVEN (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) am Kennedy Space Center angeliefert. Hier wird der Orbiter in den nächsten dreieinhalb Monaten abschließende Tests durchlaufen, bevor er im November an Bord einer Atlas V-401 gestartet werden wird.

Der Raumflugkörper wurde in einem klimatisierten Container an Bord einer Boeing C-17 der US Air Force zum Cape transportiert. Ausgangspunkt der Reise war der Luftwaffenstützpunkt Buckley in Aurora, Colorado, in dessen Nähe sich das Boulder’s Laboratory für Atmospheric and Space Physics der Universität von Colorado befindet. Hier ist die wissenschaftliche Leitung des Projekts unter Bruce Jakosky beheimatet.

MAVENs Hauptaufgabe wird es sein, die Klimaveränderungen auf dem Mars infolge des langsamen Verlustes seiner Atmosphäre zu untersuchen, denn Wissenschaftler sind überzeugt, dass der Rote Planet einst eine viel dichtere Lufthülle besessen hat als heute. Die Ursachen dafür stellen immer noch eines der größten Geheimnisse unseres Nachbarplaneten dar. Zur Untersuchung dient das Neutral Gas and Ion Mass Spectrometer zur Untersuchung der Ionen in der oberen Marsatmosphäre, das von Spezialisten des Goddard Space Flight Centers in Greenbelt, Maryland, entwickelt und gebaut worden war. Damit werden praktisch Ionen nach ihrer Masse sortiert, wie es die Experten vereinfacht ausdrücken. Parallel dazu werden in Höhen zwischen 150 und 500 Kilometern mit einer Art Kanone Strahlen von Elektronen auf Gasmoleküle „geschossen“ und diese in kleinere, geladene Teilchen gespalten. So können Vergleiche zwischen neutralen, bereits vorhandenen und neu erzeugten, geladenen Ionen angestellt werden.

Mittels dieser Daten sowie Messungen der zeitlichen Änderungen können Modelle über die Beschaffenheit der Marsatmosphäre heute, aber auch vor Millionen Jahren berechnet werden. Damit könnte man möglicherweise auch die Frage beantworten, ob die Lufthülle einst dicht genug war, flüssiges Wasser auf der Oberfläche zu erhalten, bevor der Planet zur öden, tiefgefrorenen Stein- und Staubwüste wurde.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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