03.06.2016
FLUG REVUE

Entwicklung der Ariane 6Neuer Raketenprüfstand in Lampoldshausen

Für Tests der Oberstufe der europäischen Trägerrakete Ariane 6 wird am Standort Lampoldshausen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine neue Anlage errichtet.

Raketenprüfstand P5.2 beim DLR Lampoldshausen

Am gerade im Bau befindlichen Prüfstand P5.2 können künftig komplette Oberstufen getestet werden. Foto und Copyright: DLR  

 

Auf der ILA in Berlin haben die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund und der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Prof. Johann-Dietrich Wörner, den Vertrag über Entwicklung und Bau des Prüfstandes P5.2 für das Ariane-Trägerraketenprogramm unterzeichnet. In dieser in Europa einzigartigen Anlage können künftig gesamte Oberstufen getestet werden.

"Vor dem Erstflug der Ariane 6 wird die Oberstufe der neuen Trägerrakete in Lampoldshausen auf Herz und Nieren geprüft. Damit übernimmt das DLR eine verantwortungsvolle, zentrale Aufgabe, die Ariane 6 so sicher wie ihren Vorgänger zu machen", sagte Prof. Ehrenfreund. Dafür soll auf diesem neuen Prüfstand P5.2 am DLR-Standort Lampoldshausen die Oberstufe der Ariane 6 umfangreiche Tests durchlaufen. Hierzu zählen neben Versuchen zur Be- und Enttankung auch komplette Stufentests, bei denen die Oberstufe mit laufendem Triebwerk betrieben wird. Im Jahr 2018 soll mit der Inbetriebnahme begonnen werden.

Technisch verantwortlich für den Bau und den späteren Betrieb des Teststandes ist das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe. An den Prüfständen des Standorts Lampoldshausen testet das DLR im Auftrag der ESA und der europäischen Raumfahrtindustrie Flüssigtriebwerke verschiedenster Leistungsklassen.

Das Ariane-6-Entwicklungsprogramm wurde auf der ESA-Ministerratskonferenz im Dezember 2014 beschlossen und von zwölf Teilnehmerstaaten gezeichnet. Die Ariane 6 soll 2020 zum ersten Mal fliegen. Die Startkosten der neuen Trägerraketet sollen im Vergleich zur Ariane 5 um fast 50 Prozent gesenkt werden. Hauptauftragnehmer der Ariane-6-Entwicklung ist das französisch-deutsche Unternehmen Airbus-Safran-Launchers (ASL). Eine weitere wesentliche deutsche Rolle wird das Augsburger Unternehmen MT-Aerospace spielen, das metallische Bauteile für die Raketenstrukturen sowie Booster-Gehäuse herstellt.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/UE


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
06.02.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Airbus gegen Boeing
- Letzter Flug der QF-4
- Flybe expandiert
- X-Planes der NASA
- Watt-Flughafen Barra
- Erfolgsmodell Suchoi Su-30
- Datenrelaissystem im All

aerokurier iPad-App