16.06.2014
FLUG REVUE

Fußball-WeltmeisterschaftOffizieller WM-Ball im NASA-Test

Glück und Unglück liegen dicht beieinander, wenn in diesen Tagen Fußballfans auf der ganzen Welt mit ihren Favoriten jubeln – oder leiden. Selbst Wissenschaftler des Ames Research Centers der NASA wurden angesteckt und haben den offiziellen WM-Ball, den sogenannten „Brazuca Ball“ von Adidas, gründlichen Tests unterzogen.

Selbstverständlich ist es nicht die Aufgabe der NASA, Fußbälle zu testen, aber diese Untersuchungen aus aktuellem Anlass boten sich geradezu an, Schüler und Studenten mit den Grundlagen der Aerodynamik vertraut zu machen. Dr. Rabi Mehta, Chef der experimentellen aero-physikalischen Abteilung beim Ames Research Center der NASA in Moffett Field, Kalifornien, sieht im Sport eine großartige Möglichkeit, künftige Forscher an aerodynamische Probleme heranzuführen.

Der offizielle Fußball der vorigen Weltmeisterschaften, der Jabulani, war bei Torhütern gefürchtet, denn seine aerodynamischen Eigenschaften führten zu unvorhersehbaren Ände-rungen der Flugbahn. Die Spieler indessen liebten diesen Ball, weil sie ihm beim Abschuss einen Spin mitgeben konnten, der die Bahn zu einer mehr oder weniger gekrümmten Kurve werden ließ. Der Hersteller Adidas wollte nun die Unberechenbarkeit verringern und entwickelte den Brazuca mit nur noch sechs Flächen. Der Jabulani hatte noch acht, während ein traditioneller Fußball aus 32 einzelnen Flächen besteht. Insgesamt sind die Nähte jetzt länger; zusätzlich entstehen beim Nähen mehr winzige „Huckel“, welche Einfluss auf die Aerodynamik haben.

„Rund um den Ball bildet sich in der Bewegung eine Grenzschicht, welche die Eigenschaften des Balls beeinflusst“, sagt Dr. Mehta und macht diese im Windkanal von Ames sichtbar. Im Ergebnis dessen schlussfolgert er, dass die Spieler mit dem neuen Ball wohl glücklicher sein werden, denn er liegt bei typischen Abschussgeschwindigkeiten viel stabiler in der Luft. Damit ähnelt er viel mehr dem traditionellen schwarz-weißen Ball, mit dem die meisten Spieler trainiert haben, bevor sie ins WM-Aufgebot berufen wurden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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