14.10.2013
FLUG REVUE

PersonalkarussellOstapenko ist neuer Chef von Roskosmos

Der russische Ministerpräsident Medwedjew hat mit Wirkung vom 10. Oktober Oleg Ostapenko zum neuen Chef der nationalen Raumfahrtagentur Roskosmos berufen. Vorgänger Wladimir Popowkin wurde auf einen Industrieposten abgeschoben.

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Oleg Ostapenko (rechts im Bild) zum Antrittsbesuch bei Ministerpräsident Medwedjew. © Nowosti  

 

Während der Zeremonie, bei welcher der Premier die Berufungsurkunde überreichte, verwies er auf die langjährige Erfahrung Ostapenkos in der russischen Raumfahrt. Der 1957 geborene Militär hat sämtliche Akademien bis hin zu jener des Generalstabs der russischen Streitkräfte absolviert und war unter anderem Chef des Titow-Testzentrums der russischen Weltraumstreitkräfte, Chef des Komodroms Plessezk, Kommandierender General der Weltraumstreitkräfte und stellvertretender Verteidigungsminister. Er ist Doktor der technischen Wissenschaften und Verdienter Militärspezialist der Russischen Föderation.

Vor Ostapenko liegt eine schwierige Zeit, denn an strukturellen Problemen innerhalb der russischen Raumfahrt ist schon sein Vorgänger gescheitert. Immer wieder kam es zu Abstürzen von Raketen samt ihren Nutzlasten oder vorzeitigen Ausfällen der Technik, und auch wenn die Qualitätsprobleme vor allem in der Industrie zu suchen sind, so musste doch als Konsequenz jedes Mal der Chef der Raumfahrtagentur den Hut nehmen. Ganz unschuldig dürfte seine Organisation indessen nicht sein an der unbefriedigenden Situation, die mit einem enormen internationalen Prestigeverlust verbunden ist, haben doch ihre Kontrolleure die fehlerhafte Technik abgenommen und damit den Herstellern immer wieder einen Freibrief für ihr mangelndes Qualitätsmanagement ausgestellt.

Die wichtigste Aufgabe des neuen Chefs der russischen Raumfahrtbehörde dürfte daher die Einführung einer straffen Struktur zur Zusammenfassung der kompletten nationalen Raumfahrtindustrie unter seinem Kommando sein, dem sich wohl auch der mächtige Energija-Konzern unterordnen muss – eine Titanenaufgabe fürwahr, doch Medwedjew scheint ihm das zuzutrauen. Auf dem Gebiet der Luftfahrtindustrie jedenfalls ist das bereits gelungen: Im Februar 2006 hatte Präsident Putin per Dekret die United Aircraft Corporation ins Leben gerufen, und auf einen ähnlichen Präsidentenbefehl bezüglich der Neuordnung der russischen Raumfahrt wird man wohl nun nicht mehr lange warten müssen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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