12.11.2014
FLUG REVUE

Kometenmission RosettaPhilae landet auf Churyumov-Gerasimenko

Um 17:09 MEZ kam die Bestätigung, dass Philae die Landung auf „Tschuri“ gelungen ist. Allerdings tauchten anschließend Zweifel auf, ob das Gerät wirklich stabil auf dem Kometen steht.

Philae Landung Komet 2014 Artist

Der Philae Lander am Nachmittag des 12. November wie gepant auf dem Kometen "Tschuri" auf (Foto: ESA).  

 

Nach Angaben des Kontrollzentrums gab es ein Problem mit den Harpunen, die nicht feuerten und damit den Lander auch nicht an den Kometen befestigten, der über kein Schwerkraftfeld verfügt. Die Funksignale schwankten. Um 20:00 Uhr brachen sie dann wie erwartet ab, als sich die als Relaisstation dienende Sonde Rosetta auf der Rückseite des Himmelskörpers befand. Weitere Erkentnisse werden am Donnerstag erwartet.

Bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte Philae das Team im Lander Control Center des DLR in Atem gehalten: Die Kaltgasdüse an der oberen Seite des Landers, die ihn bei der Landung auf den Kometen drücken sollte, reagierte nicht wie erwartet. Da Philae jedoch über zwei Harpunen verfügt, die sofort nach Bodenkontakt ausgelöst werden und den Lander im Kometen verankern sollten, hatte dies keine Auswirkung - pünktlich um 10.03 Uhr mitteleuropäischer Zeit kam am Boden die Nachricht an, dass Philae von der Rosetta-Sonde abgekoppelt hatte. Während des siebenstündigen Absinkens entfaltete sich das Landegestell und mehrere Instrumente nahmen ihre Arbeit auf.

Die Hauptaufgabe ist die Vor-Ort-Analyse des Kometenmaterials, des wohl ursprünglichsten und ältesten Materials, das es in unserem Sonnensystem gibt. Insbesondere sollen Element- und Isotopenverteilung, organische Moleküle sowie Minerale und Eise untersucht werden.

Die Landeeinheit Philae wurde von einem internationalen Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), MPS, CNES und ASI entwickelt und gebaut.

Das DLR stellt auf der Landeeinheit Philae drei der insgesamt zehn Experimente: Die ROLIS-Kamera zur Beobachtung der Kometenoberfläche während der Landephase, das SESAME-Experiment zur seismischen Untersuchung des Kometenkerns und das Gerät MUPUS, mit dem thermische Eigenschaften und die Festigkeit des Kometen gemessen werden.

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KS


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