19.06.2015
FLUG REVUE

Neuer Kontakt am Freitag Philae sendet weitere aktuelle Daten

Das Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am 19. Juni zum dritten Mal Daten von Lander Philae erhalten.

Philae Komet Artist

Der Lander Philae lieferte am Freitag (15. Juni 2015) weitere Daten von der Oberfläche des Kometen (Zeichnung: DLR).  

 

Von 15.20 Uhr bis 15.39 Uhr sendete Philae 185 Datenpakete. "Wir haben unter anderem aktuelle Daten empfangen", sagt Michael Maibaum, Systemingenieur im DLR-Kontrollzentrum in Köln und stellvertretender Operationsmanager.

"Mittlerweile hat der Lander eine Betriebstemperatur von null Grad Celsius – das bedeutet, dass die Batterie jetzt sogar ausreichend aufgeheizt ist, um Energie speichern zu können. Damit könnte man dann auch während der Kometennacht mit Philae arbeiten – unabhängig von der Beleuchtung durch die Sonne."

Innerhalb der 19 Minuten Übertragung sendete Philae auch Daten, die letzte Woche aufgenommen wurden. Daraus konnten die Ingenieure erkennen, dass die Beleuchtung zunahm: "Mehr und mehr Solarpanele wurden angestrahlt, zum Schluss des Kontakts konnte Philae über vier Panele Energie aufnehmen."  Die Verbindung wurde zwar einige Mal unterbrochen, war aber ansonsten stabil und erstmals über einen längeren Zeitraum.

Bereits zwei Mal hatte sich der Lander bisher nach seinem siebenmonatigen Winterschlaf gemeldet und am 13. und 14. Juni 2015 Statusdaten gesendet. Nach der Analyse durch das DLR-Team des Lander-Kontrollzentrums in Köln stand fest: Philae hat die eisigen Temperaturen auf Komet Churyumov-Gerasimenko recht gut überstanden - Temperatur- und Energiewerte zeigten, dass der Lander betriebsbereit ist.

Dabei übermittelte er aus seinem Speicher auch Daten von Anfang Mai. "Philae war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgewacht, konnte uns aber noch nicht erreichen", erläutert DLR-Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. Nun wurde die Flugbahn von Orbiter Rosetta – der als Funkrelais die Daten von Philae zur Erde weiterleitet – geändert und erlaubte einen erneuten Kontakt.

"Wir benötigen allerdings längere und stabile Kontaktzeiten, um mit Philae wie geplant wieder wissenschaftlich arbeiten zu können", sagt DLR-Ingenieur Michael Maibaum. Sind diese Rahmenbedingungen erfüllt, könnten die zehn Instrumente an Bord von Philae wieder eingesetzt werden. Gesteuert und betrieben wird Lander Philae dabei aus dem Lander-Kontrollzentrum des DLR in Köln.

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KS


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