Planck entdeckt Gasbrücke zwischen Galaxien

Planck, ein Astronomiesatellit der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA, hat jüngst eine heiße Gaswolke im Universum entdeckt, die zwei Galaxien über eine Entfernung von zehn Millionen Lichtjahren verbindet.

Das Weltraumteleskop dient der Erforschung der kosmischen Hintergrundstrahlung, Resten des Urknalls vor rund 14 Milliarden Jahren also. Die Fachbezeichnung lautet Cosmic Microwave Background (CMB). Der rund 1920 kg schwere Raumflugkörper war am 14. Mai 2009 gemeinsam mit dem Infrarotteleskop Herschel gestartet und anschließend am Lagrange-Punkt L2 der Erde-Sonne-Systems positioniert worden.

Wenn der CMB auf heißes Gas trifft, wird das in charakteristischer Weise sichtbar, ein Effekt, den man nach ihren Entdeckern Sunjajew und Seldowitsch benannt hat. Er hilft beim Aufspüren bisher unbekannter Galaxien, aber nun auch bei der Sichtbarmachung solcher Gasbrücken. Deren Existenz war bereits früher vom Röntgenstrahlungssatelliten XMM-Newton gezeigt, nun aber mittels der Planck-Messungen bestätigt worden.

Ein Vergleich mit Daten des deutschen Röntgenstrahlungssatelliten Rosat zeigte zudem, dass das Gas in der "Brücke" ebenso heiß ist wie das in den Sternhaufen selbst - unfassbare 80 Millionen Grad Celsius! Es ist offenbar ein Überrest jenes fein gesponnenen Netzes interstellaren Gases, das kurz nach dem Urknall das ganze Universum durchzog, und an dessen Knoten sich später Sternhaufen bildeten.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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