15.12.2013
FLUG REVUE

Farbkodierte BilderRaumsonde Dawn erkundete Vestas verborgene Schönheiten

Abwechslungsreiche geologische Formationen und einzigartige Landschaften: Neue Auswertungen zeigen, wo der Protoplanet Vesta am schönsten ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) haben die Daten des wissenschaftlichen Kamerasystems an Bord neu ausgewertet.

vesta-krater

Der 17 Kilometer durchmessende Antonia-Krater auf der Südhalbkugel wurde kurz nach der Entstehung teilweise wieder verschüttet. © NASA/MPS  

 

Manche Schönheit offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Ein solcher Fall ist auch der Protoplanet Vesta, den die NASA-Raumsonde Dawn von Juli 2011 bis August 2012 umkreiste. Mit dem menschlichen Auge betrachtet sieht die Vesta, die im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreist, recht unspektakulär aus: ein gräulicher, unregelmäßig geformter Körper mit einem Durchmesser von etwa 530 Kilometern, überzogen von einer Vielzahl größerer und kleinerer Krater. Neue Auswertungen zeigen Vesta, die in einer frühen Phase der Planetenentwicklung steckenblieb, nun in einem anderen Licht: Forscher des MPS konnten Impaktschmelzen, von Beben verschüttete Krater und von Asteroiden eingetragenes, fremdes Material mit einer Auflösung von nur 60 Metern auf der Oberfläche sichtbar machen. Das wurde möglich, weil Abbildungsfehler, die typischerweise bei der numerischen Auswertung auftreten, weitestgehend unterdrückt werden konnten.

Weil verschiedene Mineralien Licht verschiedener Wellenlängen unterschiedlich stark reflektieren, lassen sich mit Hilfe der sieben Farbfilter des Kamerasystems Strukturen entdecken, die ohne sie verborgen bleiben. Zudem ist es nun gelungen die Eichung der Kamera so zu verfeinern, dass feinste Helligkeitsveränderungen darstellbar werden. In den neuen farbkodierten Bildern treten beeindruckende Formationen zu Tage und offenbaren die geologische Vielfalt des Protoplaneten. Aus geologischer Sicht ist Vesta abwechslungsreicher als jeder andere bisher untersuchter Kleinplanet, doch vor allem verblüffen die Bilder, in denen die verschiedenen Farben für verschiedene Materialien an der Oberfläche des Protoplaneten stehen, wegen ihrer Ästhetik.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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