06.08.2011
FLUG REVUE

Raumsonde Juno auf dem Weg zum Jupiter

Am Freitag, dem 5. August 2011 um 12.25 Uhr Ortszeit startete auf der Cape Canaveral Air Force Station in Florida eine Trägerrakete Atlas V-551 und brachte die Jupitersonde Juno auf ihren Weg.

Die Sonde ist im Gegensatz zu ihren Vorläufern für die Erforschung der Gasriesen unseres Sonnensystems mit riesigen Solarzellenflächen und einem Solarantrieb ausgestattet, der sie in fünfjähriger Flugzeit zu ihrem mehr als 2,8 Millionen Kilometer entfernten Ziel bringen soll. Am Jupiter angekommen, wird Juno den Planeten insgesamt 33-mal in einer Höhe von rund 5.000 Kilometern über der obersten Wolkenschicht umkreisen, was rund ein Jahr dauern dürfte. Danach ist der Abstieg in die Atmosphäre geplant, während dem noch zahlreiche Messungen stattfinden werden, bevor der riesige Druck die Sonde zerquetscht.

Für die Erforschung des Jupiters ist Juno mit sieben wissenschaftlichen Experimenten und einer Farbkamera ausgerüstet. Damit wollen die Wissenschaftler die Struktur der Atmosphäre und der Magnetosphäre des Planeten erforschen und herausfinden, ob er einen festen Kern besitzt. Der Gasriese bildet mit vier großen und zahlreichen kleineren Monden praktisch ein Mini-System im Sonnensystem. Wäre er nur 80-mal schwerer als heute, hätte er sich zu einem Stern entwickeln können.

Der Name der Sonde wurde der römischen Mythologie entlehnt, nach der sich der oberste Gott Jupiter gern in dichte Wolken hüllte, um seine wahren Absichten zu verbergen. Nur seine Frau Juno war in der Lage, durch diese Wolken hindurch zu sehen und die wahre Natur ihres Mannes zu erkennen. Aus diesem Grund führt die Sonde auch drei kleine Lego-Figuren mit sich, welche Jupiter, Juno und den italienischen Astronomen Galileo Galiei darstellen sollen.

Galilei hatte 1610 die nach ihm benannten Galileischen Monde des Jupiter entdeckt - Io, Europa, Ganymed und Callisto. Zur Erinnerung daran stiftete die italienische Raumfahrtagentur ASI eine Aluminiumplatte mit einem Bildnis des Astronomen und der Wiedergabe seiner Handschrift, in der er seine Entdeckung niederschrieb. Die sechs Gramm schwere Plakette wurde an der Antriebssektion der Sonde befestigt und wird nun ebenfalls zum Jupiter fliegen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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