17.09.2013
FLUG REVUE

Swarm beginnt zu fliegenReise zum Mittelpunkt der Erde via Erdumlaufbahn

Der erste von Astrium gebaute Swarm-Forschungssatellit ist auf dem Weg zum Startplatz Plessezk. Heute Morgen startete eine Iljuschin IL-76 am Flughafen München in Richtung Russland. In Zwei-Tages-Abständen werden die beiden anderen Satelliten und weitere Test- und Montageausrüstung folgen; insgesamt 63 Tonnen Fracht.

swarm

Die Mini-Flotte aus drei SWARMs wird das Erdmagnetfeld mit bislang nie gekannter Genauigkeit vermessen. © Astrium  

 

Das Satellitentrio soll im November 2013 mit einer Trägerrakete des Typs Rockot gestartet werden. Astrium ist Hauptauftragnehmer für die Swarm-Mission der europäischen Raumfahrtorganisation ESA, bei der die drei Raumflugkörper das Erdmagnetfeld und seine Entwicklung mit einer bisher nicht erreichten Genauigkeit untersuchen werden. Die Erkenntnisse werden unser Verständnis des Erdinnern und seiner Wechselwirkung mit dem Weltraum verbessern.

Die drei baugleichen Satelliten sollen in eine polare Umlaufbahn in 490 Kilometern Höhe gestartet werden und von dort aus Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde indirekt nachvollziehen: Um neue Einblicke in die Zusammensetzung und die Prozesse im Erdinneren zu erhalten, braucht man heute nicht immer zu graben oder zu bohren. Man muss vielmehr in eine Erdumlaufbahn fliegen, und das Zauberwort heißt Satellitenfernerkundung. Direkte Einblicke in das Erdinnere vermitteln das Schwere- und Magnetfeld der Erde, deren orts- und zeitabhängige Variationen mit dynamischen Vorgängen im Erdkern in Verbindung gebracht werden.

Sehr präzise und hochauflösende Messungen von Stärke, Ausrichtung und Schwankungen des Erdmagnetfelds, ergänzt durch präzise Navigation, Beschleunigungsmessungen und Ermittlung der elektrischen Feldstärke, liefern die notwendigen Beobachtungsdaten, um verschiedene Quellen des Erdmagnetfelds unterscheiden und in Modellen erklären zu können. Die Beobachtung aus dem Weltraum liefert einen einzigartigen Einblick in die Zusammensetzung und die Prozesse im Inneren der Erde. Außerdem ermöglicht die Mission Analysen des Einflusses der Sonne auf das System Erde. Die immer bessere Kenntnis des Magnetfelds hat aber auch einen ganz praktischen Nutzen: Erwartet werden vor allem eine zukünftig sehr viel genauere Navigation von Schiffen und Flugzeugen, Entdeckung und Zugang zu neuen Ressourcen im Erdinneren, eine bessere Vorhersage des Weltraumwetters sowie die rechtzeitige Warnung vor Strahlengefahren.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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