17.11.2012
FLUG REVUE

REXUS 11: Studenten forschen in Schwerelosigkeit

Wie lässt sich die Qualität der Schwerelosigkeit auf Forschungsraketen verbessern? Dieser Frage geht ein Studententeam der FH Aachen auf der Forschungsrakete REXUS 11 nach.

Die Höhenrakete des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt startete am 16. November 2012 um 11.45 Uhr MEZ vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden. Neben einem zweiten deutschen Experiment von Studenten der TU Dresden waren Versuche von Teams aus Irland, Schweden und der Schweiz mit an Bord. Auf seinem Flug erreichte REXUS 11 eine Höhe von rund 79 Kilometern. Dabei herrschte für etwa zwei Minuten Schwerelosigkeit. Nach der Landung am Fallschirm wurde die Nutzlast von einem Hubschrauberteam geborgen und zur Raketenbasis zurückgebracht, wo die Studenten mit der Auswertung der Daten beginnen können.

Studierende der FH Aachen wollen mit ihrem Experiment ADIOS (Advanced Isolation on Sounding Rockets) die Schwerelosigkeitsforschung auf Höhenraketen verbessern. Während eines Fluges treten Vibrationen auf, die durch die Raketensysteme und Experimentapparaturen verursacht werden. Diese Schwingungen übertragen sich auf sämtliche Experimente und verhindern durch die Bewegungsimpulse eine optimale Wirkung der Schwerelosigkeit. Um diese Übertragung zu reduzieren, haben die Nachwuchswissenschaftler eine kostengünstige Plattform entwickelt, bei der die Experimentkammer während der Schwerelosigkeitsphase des Raketenflugs frei schwebt.

Das Experiment CaRu (Experiment on Capillarity under Microgravity shown with Runge Pictures) vom Team der TU Dresden bringt während der Schwerelosigkeits-Phase des Fluges in einer Druckkammer eine Flüssigkeit auf stark saugfähiges Papier auf. Wie breitet sich die Flüssigkeit aus? Gibt es Unterschiede zum Verhalten unter Schwerkraft? Läuft die Reaktion beispielsweise schneller ab? Diese Fragen will CaRu beantworten. Das sichtbare Ergebnis - unregelmäßige Kreise, die sich durch ihre Farbgebung unterscheiden -  werden dabei von einer hochauflösenden Kamera aufgezeichnet.

Das Deutsch-Schwedische Programm REXUS/BEXUS (Raketen-/Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) ermöglicht Studenten, eigene praktische Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Raumfahrtprojekten zu gewinnen. Ihre Vorschläge für Experimente können jährlich im Herbst eingereicht werden. Jeweils die Hälfte der Raketen- und Ballon-Nutzlasten stehen Studenten deutscher Universitäten und Hochschulen zur Verfügung. Die schwedische Raumfahrtagentur SNSB hat den schwedischen Anteil für Studenten der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA geöffnet.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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