21.08.2014
FLUG REVUE

ESA-KometenmissionRosetta: Die Suche nach dem „perfekten“ Landeplatz

Das Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist mit Hochdruck dabei, eine geeignete Landestelle für „Philae“ auf dem Kometen Churuymov-Gerasimenko auszuwählen.

Rosetta: Komet 19 August 2014

Für den Lander Philae suchen die Wissenschaftler derzeit die beste Stelle auf dem Kometen Churuymov-Gerasimenko (Foto: ESA).  

 

"Wir müssen bei der Auswahl der Landesstelle viele Kriterien berücksichtigen und gegeneinander abwägen", sagt DLR-Wissenschaftler Dr. Stephan Ulamec, Projektleiter für den Lander "Philae".

"Dabei gibt es sicherlich keinen perfekten Landeplatz - den findet man in der Wirklichkeit nie. Es soll aber der beste Landeplatz sein, den es auf dem Kometen gibt." Das Team aus DLR, der französischen Raumfahrtagentur CNES und den verschiedenen leitenden Wissenschaftlern für die Instrumente des Landers diskutieren deshalb zurzeit die Für und Wider für verschiedene Landeplätze.

Dafür liefert das DLR unter anderem die Informationen, was der jeweilige Landeplatz für den Lander selbst bedeuten würde: Reichen die Sonnenstunden, beispielsweise um die Batterien für den wissenschaftlichen Betrieb aufzuladen, und in welchem Zeitraum haben diese wieder genügend Energie? Wie wirken sich die Temperaturen vor Ort auf Philae aus? Die übrigen Partner liefern Informationen beispielsweise zu den Flugbahnen von Orbiter und Lander oder zu der Menge an Sonnenlicht, die den Lander am jeweiligen Standort erreichen wird.

Die sogenannten Lande-Ellipsen, in denen der tatsächliche Landeort liegt, haben einen Radius von etwa 500 Metern: "Exakter können wir den Landeplatz nicht kalkulieren", erklärt DLR-Wissenschaftler Ulamec. Da ein Steuerungssignal von der Erde zum Lander über 30 Minuten benötigen würde, muss Philae seine Landung nämlich selbst - automatisch über eine vorab vom DLR programmierte Ablaufprozedur und ohne korrigierende Hilfe in Echtzeit aus dem Kontrollzentrum - bewältigen.

Bis zu fünf mögliche Landestellen wird das Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bis zum 24. August 2014 auswählen, um diese noch einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

Bis zum 14. September 2014 muss dann die Entscheidung fallen, welche beiden Landestellen ins Finale gehen. Mitte Oktober steht dann fest: Wo wird Philae im November landen? Nur wenn der Komet noch rund 450 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, ist die Zeit für einen Landung am günstigsten.

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KS


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