21.01.2014
FLUG REVUE

Erfolg für Europas RaumfahrtRosetta meldet sich zu Hause

Mit dem Eingang des ersten Funksignals der ESA-Kometensonde Rosetta nach 31 Monaten Winterschlafmodus in den Weiten des Weltraums wurde ein mit Spannung erwarteter Missionsmeilenstein erfolgreich gemeistert.

Rosetta

Nach zweieinhalbjährigem Schlummer meldete sich die Sonde wie erhofft bei der Bodenstation. © ESA  

 

Da Rosetta nur mit Solarenergie betrieben wird, wurde die Sonde im Juni 2011 für den sonnenfernsten Teil ihrer Bahn, die mit einer Entfernung von beinahe 800 Millionen Kilometern von der Sonne noch leicht über die Jupiterumlaufbahn hinausging, in einen Schlummermodus versetzt. Weil sich die Sonde nun auf ihrem Orbit der Sonne wieder auf 673 Mio. km „genähert“ hat, kann sie erneut genügend Sonnenlicht aufnehmen, um voll funktionsfähig zu sein. Aus diesem Grund hat Rosettas vorprogrammierte Uhr die Sonde gestern in einer Entfernung vom Kometen von immerhin noch neun Millionen Kilometern wieder aktiviert. Nach dem Warmlaufen der wichtigsten Navigationsinstrumente, dem Abschluss der Drallstabilisierungsphase und der Ausrichtung ihrer Hauptantenne Richtung Erde hat ein Signal von Rosetta nun bestätigt, dass die Sonde den erdfernsten Teil ihres langen Flugs wohlbehalten überstanden hat. Das Signal wurde um 18.18 Uhr UTC von der NASA-Bodenstation Goldstone in Kalifornien während des ersten für einen Funkkontakt zwischen Sonde und Erde möglichen Fensters empfangen und vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt sogleich bestätigt.

Rosettas erste Aufnahmen von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko werden im Mai erwartet, zu einem Zeitpunkt, an dem die Sonde immerhin noch zwei Millionen Kilometer von ihrem Reiseziel entfernt sein wird. Ende Mai wird die Sonde dann ein größeres Manöver für die entscheidende Annäherung an den Kometen im August durchführen müssen. Am Ziel angekommen, wird Rosetta in den beiden darauf folgenden Monaten erst einmal gründlich die Oberfläche ihres Studienobjekts kartografieren, wichtige Messungen von Schwerkraft, Masse und Form des Kometen vornehmen und seine Gas- und Staubatmosphäre, auch Koma genannt, analysieren. Der Orbiter wird außerdem die Plasmaumgebung und deren Interaktion mit dem äußeren Teil der Sonnenatmosphäre, dem Sonnenwind, untersuchen. Anhand dieser Daten werden die Wissenschaftler dann einen geeigneten Landeplatz für das 100 kg schwere Landegerät Philae auswählen. Dieser bisher erste und einzige Landeversuch auf einem Kometen ist derzeit für den 11. November geplant.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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