27.09.2014
FLUG REVUE

Gespannte Erwartung bei der ESARosetta-Fahrplan für die Kometenlandung

Mitte September wurde der Landeplatz J auf dem Kometen Tschurjumov-Gerassimenko (Tschuri) ausgewählt. Nun gibt es zum Abstieg des Kometenlanders Philae einen genauen Fahrplan.

tschuri J

Der Landeplatz J hat relativ flaches Gelände und eine gute Beleuchtung von der Sonne. © DLR  

 

Der Lander der ESA-Raumsonde Rosetta soll am 12. November 2014 um 9:35 Uhr morgens rund 22,5 Kilometer vom Kometenzentrum entfernt abdocken und rund sieben Stunden später auf dem Kometen aufsetzen. Die Steuerung der Landung erfolgt vom Lander-Kontrollzentrum (LCC) des DLR in Köln aus. Etwa 17 Uhr MEZ wird eine erste Bestätigung der Landung erwartet.

Neben dem Timing für den an erster Stelle ausgewählten Landeplatz haben die Ingenieure des LCC gemeinsam mit der ESA einen Fahrplan für den an zweiter Stelle gewählten Ersatz-Landeplatz C aufgestellt. Falls sich die Ingenieure im Vorfeld noch für den Reservelandeplatz entscheiden, ergäbe sich folgender Ablauf für den 12. November 2014: Philae würde dann um 14:04 Uhr von Rosetta abdocken. Der Abstieg würde in diesem Fall nur rund vier Stunden dauern. Ein erstes Signal von der Oberfläche wäre etwa um 18:30 Uhr MEZ zu erwarten. Die Signallaufzeit zwischen Rosetta und der Erde beträgt dabei 28 Minuten und 20 Sekunden.

Alle Aktivitäten der Flugeinheit werden mit einem Bodenreferenzmodell des Landers im LCC getestet und vorbereitet. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört auch die Programmierung der Landesequenz, die von der Separation vom Rosetta-Orbiter bis zur Landung auf dem Kometen ablaufen wird. Die Kommandos für Philae und seine zehn Instrumente an Bord werden von Köln zum europäischen Missions-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt und von dort aus über Bodenstationen zu Rosetta und Philae geschickt. Die Telemetrie von Philae gelangt in umgekehrter Richtung über das ESOC zum LCC.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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