03.02.2014
FLUG REVUE

Raumsonde geht wieder auf SendungRosetta ist hellwach

Nachdem Rosettas innere Uhr die Sonde letzte Woche aus dem Schlaf geklingelt hat, haben die Missionsteams mit den ersten Gesundheitschecks begonnen, um herauszufinden, wie gut die Sonde ihren 31-monatigen Dornröschenschlaf überstanden hat.

rosetta mc

Das Missionskontrollteam von Rosetta. © ESA  

 

Am 20. Januar erwachte die europäische Sonde Rosetta aus ihrem über zweieinhalb Jahre währenden Winterschlaf im Weltraum, um die letzte Etappe ihrer zehnjährigen Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko anzutreten. Ihr erstes Signal wurde um 19:18 Uhr (CET) im Missionskontrollzentrum der ESA in Darmstadt empfangen. Das war das ersehnte Zeichen – Rosetta hatte ihren Winterschlafmodus beendet, die Warmlaufphase abgeschlossen und war wie geplant automatisch in den „Sicherheitsmodus“ umgesprungen, einen minimalen Funktionalitätsgrad, bei dem einfache Funktöne über einen S-Band-Sender übertragen werden, während die Sonde auf Anweisungen vom Bodenteam wartet.

Nach nur wenigen Stunden hatte das Missionsteam die vollständige Kontrolle über die Sonde hergestellt und den leistungsstärkeren X-Band-Sender eingeschaltet. Dieser Schritt ermöglichte schnelle Fernmessungen, um die normalen Abläufe zu überprüfen, und gewährte umfassenden Einblick in den Allgemeinzustand, den Status und die Funktionsfähigkeit der wichtigsten Antriebs-, Lageregelungs- und Stromversorgungssysteme und vieles mehr. Nach einigen Tagen intensiver Funktionsprüfungen gab das Kontrollteam bekannt, dass auch die übrigen Systeme des Kometenjägers wie erwartet funktionieren. Die Reaktivierung von drei der vier Reaktionsräder – rotierende Scheiben zur Lagekontrollregelung der Sonde – verlief einwandfrei. Das vierte Rad wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Wochen aktiviert.

In den kommenden Wochen werden die Flugsysteme an Bord der Rosetta getestet und konfiguriert, darunter auch der Festkörper-Massenspeicher, der wissenschaftliche und Betriebsdaten speichert, bevor sie heruntergeladen werden. Anschließend folgt die nächste, bis April angesetzte Phase, in der die Missionsteams den Betrieb der elf Instrumente der Sonde wiederherstellen. Dies wird nach individuellen Zeitplänen erfolgen, die vom Europäische Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt aus gesteuert werden. Im März wird dann auch das Landegerät von Rosetta, Philae, zum ersten Mal nach dem Winterschlaf wieder eingeschaltet. Auch Philae wird eine Reaktivierungsphase durchlaufen, um die Funktionstüchtigkeit seiner Kontrollsysteme und seiner zehn Instrumente sicherzustellen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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