03.11.2015
FLUG REVUE

Parabelflug und Co.Schwerelos auf der Erde

Seit 15 Jahren ist die Internationale Raumstation (ISS) als fliegendes Labor in Betrieb. Doch es gibt auch auf der Erde Möglichkeiten, unter Weltraumbedingungen zu forschen.

ESA - 5 Jahre Forschungsmodul Columbus 10

Auch außen am Forschungsmodul Columbus an der ISS werden Experimente durchgeführt.  

 

Die ISS wurde am 2. November 2000 zum ersten Mal von einer Langzeit-Crew bezogen. Seitdem forschen Astronauten aus Europa, den USA, Russland, Kanada und Japan gemeinsam in der Umlaufbahn in rund 400 Kilometern Höhe.

Das europäische Forschungslabor Columbus wird vor allem für Experimente in den Bereichen Biowissenschaften und Physik genutzt. Wie verkraften Organismen Schwerkraft? Können Werkstoffe im Weltraum rosten? Solche und viele weitere Fragen versuchen Forscher auf der ISS zu klären.

"Dabei ist das Experimentieren auf einer Raumstation in den meisten Fällen die aufwendigste Möglichkeit", sagt Dr. Peter Gräf, Leiter der Abteilung Forschung unter Weltraumbedingungen beim DLR. Denn es gibt auch auf der Erde Möglichkeiten, Bedingungen ähnlich wie im Weltraum herzustellen.

Parabelflug

airbus-a310-zero-g-boden

Seit dem Frühjahr 2015 kommt der A310 ZERO-G für Parabelflüge zum Einsatz.  

 

22 Sekunden Schwerelosigkeit, das gibt es beim Parabelflug, den die französische Firma Novespace von Bordeaux-Mérignac oder von Köln-Bonn aus anbietet. Dabei steigt das Flugzeug, seit Frühjahr 2015 ein A310 ZERO-G, aus dem horizontalen Flug zunächst steil nach oben, um dann den Schub der Turbinen zu drosseln und eine Parabel zu fliegen.

DLR, ESA und die französische Weltraumbehörde CNES nutzen Parabelflüge unter anderem für physikalische und medizinische Experimente in Mikrogravitation, aber auch für Forschung unter reduzierte Schwerkraft.

Fallturm

Fallturm in Bremen

Blick in die Röhre des Fallturms in Bremen. Foto und Copyright: ZARM  

 

146 Meter Höhe, freier Fall für 4,74 Sekunden: Im Fallturm in Bremen werden seit 1990 Experimente durchgeführt. Die Versuchsanlagen werden in eine 2,5 Meter hohe und 80 Zentimeter dicke Kapsel integriert, die dann im Turminnern hinabstürzen. Durch ein Katapult kann die Zeit der Schwerelosigkeit verdoppelt werden.

Bis zu zwölf Experimente finden pro Woche statt. Die Einrichtung wird vom Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) betrieben und ist europaweit die einzige ihrer Art.

Stratosphärenballon

Über das von DLR und der Schwedischen Nationalen Raumfahrt-Behörde SNSB initiierte Studentenprojekt BEXUS können Nachwuchswissenschaftler in reduzierter Schwerkraft forschen. Die Stratosphärenballons können bis zu 35 Kilometer hoch fliegen, je nach Wetter dauert ein solcher ungesteuerter Flug zwei bis fünf Stunden. Gestartet wird vom SSC Esrange Space Center in Nordschweden. 

Forschungsraketen

TEXUS 51 Start Kiruna April 2015

Start einer TEXUS-Forschungsrakete. Foto und Copyright: DLR  

 

Sechs Minuten Beinahe-Schwerkraft werden mit den TEXUS-Forschungsraketen erreicht. Sie bringen Experimente in eine Gipfelhöhe von bis zu 250 Kilometern. Unter anderem werden dabei auch Experimente für die ISS vorbereitet. Zum Einsatz kommen brasilianische Raketen vom Typ "VSB-30, gestartet wird in Esrange bei Kiruna in Nordschweden.

Für Studenten gibt es das von DLR und SNSB organisierte Projekt REXUS. Die rund sechs Meter langen Raketen erreichen mit einer Nutzlast von bis zu 40 Kilogramm eine Höhe von rund 90 Kilometern.



Weitere interessante Inhalte
Sechs Frauen im Finale Wer wird die erste deutsche Astronautin?

02.03.2017 - Im Rahmen der Initiative "Die Astronautin" sucht das Unternehmen HE Space derzeit eine geeignete Frau für eine zehntägige Mission auf der ISS. Sechs Bewerberinnen stehen nun im Finale. … weiter

Mit Dragon-Kapsel SpaceX plant Mondmission mit Weltraumtouristen

28.02.2017 - Die US-Raumfahrtfirma SpaceX will Ende 2018 zwei Weltraumtouristen um den Mond fliegen. … weiter

Für das Starliner-Raumschiff Boeing präsentiert neuen Raumanzug

26.01.2017 - Leichter und bequemer: Astronauten an Bord von Boeings künftigem Raumschiff CST-100 Starliner werden andere Raumanzüge als bisher tragen. … weiter

Britischer ESA-Astronaut zurück auf der Erde Tim Peake wird in Köln untersucht

20.06.2016 - Am Samstag landete der britische Astronaut Tim Peake nach einem halben Jahr auf der ISS wohlbehalten auf der Erde. Nun wird er beim DLR und der ESA in Köln untersucht. … weiter

Aufblasbares Wohnmodul für die ISS BEAM entfaltet sich beim zweiten Versuch

30.05.2016 - Nachdem der erste Anlauf am Donnerstag scheiterte, konnten Astronauten an Bord der ISS am Samstag das Modul BEAM von Bigelow Aerospace erfolgreich aufblasen. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App