14.01.2014
FLUG REVUE

MarsforschungSeit zehn Jahren den Geheimnissen des Roten Planeten auf der Spur

Hochstimmung herrschte unter den Ingenieuren und Wissenschaftlern, als im Januar 2004 die ersten Bilder der deutschen Kamera an Bord von Mars Express auf den Bildschirmen des DLR-Instituts für Planetenforschung zu sehen waren. Heute, zehn Jahre und mehr als 12.600 Marsumrundungen später, funktioniert die „High Resolution Stereo Camera“ (HRSC) immer noch so gut wie am ersten Tag.

Mars Express

Seit 15 Jahren schickt Mars Express bereits Bilder und Daten vom Mars auf die Erde. © ESA  

 

Virtueller Flug über das Mündungsgebiet des Kasei Valles. Copyright: DLR

Auch Mars Express, die erste europäische Planetensonde, ist noch voll funktionsfähig, so dass die Mission noch bis Ende 2016 weitergeführt werden kann. Die HRSC wurde in den 1990er-Jahren am DLR in Kooperation mit der deutschen Industrie entwickelt und gebaut. Das Wissenschaftsteam unter Leitung des Principal Investigators Prof. Dr. Ralf Jaumann besteht aus 40 Co-Investigatoren, die aus 33 Institutionen und zehn Nationen stammen. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Inzwischen hat sie etwa 90 Prozent des Mars - eine Fläche fast so groß wie die aller Kontinente auf der Erde zusammen genommen - in einer Auflösung von zehn bis 30 Metern erfasst. Das Ziel ist die globale topographische Kartierung des Planeten in hoher Auflösung, in Farbe und dredimensional. Die Aufnahmen ermöglichen den Forschern wichtige wissenschaftliche Aussagen zur geologischen Vergangenheit und den Veränderungen des Klimas im Laufe der letzten vier Milliarden Jahre auf dem Mars.

Eindrucksvoll zeigt das Video, das von Wissenschaftlern an der Freien Universität Berlin mit einem vom DLR berechneten digitalen Geländemodell erzeugt wurde, einen virtuellen Flug über das Mündungsgebiet des Talsystems Kasei Valles. In der Frühzeit des Planeten sind hier gewaltige Wassermassen durch das Marshochland geströmt und haben dabei zahlreiche Spuren in der Landschaft hinterlassen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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