26.02.2014
FLUG REVUE

Letzte Tests vor dem StartSentinel-1 breitet seine Flügel aus

Bevor der Satellit Sentinel-1 in wenigen Wochen seine Position im Erdorbit einnehmen wird, muss er erst einmal eine komplexe Choreografie durchführen, um seine riesigen Solarpaneele und seine Radarantenne auszufahren. Mit kürzlich durchgeführten Tests stellten Ingenieure sicher, dass diese Abläufe angemessen erprobt sind.

sentinel 1

Das Sichtfeld des Radarsystems von Sentinel-1. © ESA  

 

Sentinel-1 ist der erste in einer Serie von Satelliten, die speziell dazu entworfen wurden, kontinuierliche Echtzeitdaten für Europas ehrgeiziges Umweltbeobachtungsprogramm Copernicus zu liefern. Das fortschrittliche Radarinstrument an Bord ermöglicht die Beobachtung der Erdoberfläche unabhängig von Wolken, Regen, Tag und Nacht. Sentinel-1 wird grundlegende Informationen für zahlreiche Betriebsdienste liefern – von Eisbeobachtungen auf den Polarmeeren bis hin zum Aufspüren von Bodensenkungen – und eine entscheidende Rolle im größten Erdbeobachtungsprogramm spielen, das jemals entworfen wurde. Darüber hinaus ist dies der einzige europäische Satellit, der speziell zur Früherkennung von Ernstfällen wie Überschwemmungen und Erdbeben konzipiert wurde.

Nach der nahezu siebenjährigen Planungs- und Entwurfsphase wird der Satellit bald vom europäischen Raumfahrtstartgelände in Französisch-Guayana starten. Nachdem er in den vergangenen Monaten eine letzte umfangreiche Testreihe bei Thales Alenia Space im französischen Cannes durchlaufen hat, wird Sentinel-1 in der kommenden Woche zu seinem Abflugort verschifft. Die Testreihe in Cannes umfasste Freiflugtests zur Simulation der Schwerelosigkeit sowie das behutsame Ausfahren der zwei Zehn-Meter-Solarpaneele und der Zwölf-Meter-Radarantenne. Während des Starts werden die Solarpaneele und die Antenne eingefahren bleiben, um sie zu schützen und um den Satelliten in der Sojus-Trägerrakete transportieren zu können. Sobald der Satellit im All abgekoppelt wurde, werden sich die Solarpaneele und die Radarantenne gleichzeitig und in einer bestimmten Abfolge entfalten (siehe Video). Das wird insgesamt zehn Stunden dauern. Die Abfolge ist einzigartig und so choreografiert, dass das Ausfahren der Paneele und der Antenne so sicher wie nur möglich ausgeführt werden kann.

Als Vorbereitung auf die Zeit, in der Sentinel-1 im Weltraum unterwegs sein wird, wurde im Rahmen der letzten Testrunde zudem sichergestellt, dass die Kommunikationsverbindungen zwischen dem Satelliten und dem Raumflugkontrollzentrum der ESA wie geplant funktionieren. Nun, da der Satellit in einwandfreiem Zustand ist, wird er verpackt, um seine Reise nach Französisch-Guayana anzutreten. Der Start ist für den 3. April 2014 vorgesehen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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