01.04.2014
FLUG REVUE

Radarbeobachtung rund um die UhrSentinel-1A soll am 3. April starten

Die Vorbereitungen für den Start des Satelliten Sentinel-1A vom europäischen Raumfahrtstartgelände Kourou in Französisch-Guayana sind in vollem Gange. Mit an Bord wird ein von Airbus Defence and Space gebautes Radarinstrument sein.

sentinel 1a

Ende 2015 soll der Zwillingssatellit Sentinel-1B gestartet werden. © ESA  

 

Der Satellit, den Thales Alenia Space Italy als Hauptauftragnehmer führt, wird voraussichtlich am 3. April 2014 an Bord einer Sojus-Trägerrakete ins All gebracht. Dies läutet eine neue Ära der Erdbeobachtung ein. Sentinel-1A trägt ein Radar mit synthetischer Apertur (SAR), das aufgrund seiner kontinuierlichen Betriebsfähigkeit riesige Datenmengen erfassen kann. Trotz komplexer Datenkomprimierungsmechanismen muss das Kommunikationssystem des Sentinel-1-Satelliten in den nächsten sieben Jahren täglich bis zu 8.000 Gbits an Bilddaten übermitteln.

Die SAR-Antenne besteht aus fünf Paneelen. Vier davon werden für den Start an die Satelli-tenseiten angeklappt und erst im Orbit entfaltet. Die Paneele sind mit 280 dual-polarisierten kleinen Sendern ausgestattet, die insgesamt Funksignale von etwas mehr als fünf kW liefern. Diese Sende- und Empfangselemente ermöglichen eine elektronische Strahlschwenkung. Durch Steuerung des Strahls über ein Beobachtungsgebiet in mehreren 80 Kilometer breiten, nebeneinander liegenden Streifen lassen sich die erfassten Bilddaten zu hochaufgelösten Bildern mit Streifenbreiten von bis zu 400 Kilometern zusammensetzen. Zusätzlich zur komplexen technischen Aufgabe, eine hochstabile Struktur für die 800 Kilogramm schwere Antenne zu fertigen, stellte die hohe Sendeleistung große Herausforderungen an die wärmetechnische Auslegung der Struktur.

Das SAR-Elektroniksubsystem der SAR-Antenne sorgt für die Antennensteuerung sowie für das komplexe Timing und die Kontrolle des Radars zur Erzeugung von hochstabilen Radarsignalen. Weitere Aufgaben des Systems sind Synchronisierung und Bildkontrolle. So muss das Radar bei einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde einen Bildpunkt in einem 400 Kilometer breiten Aufnahmegebiet aus einer Entfernung von fast 1.000 Kilometern mit einer Genauigkeit von 2,5 Metern erfassen können. Für das Radarinstrument haben die Teams von Space Systems in Friedrichshafen die 12,3 Meter x 0,9 Meter große Antenne gefertigt und getestet. Das daran angeschlossene, in Portsmouth (Großbritannien) gebaute Elektroniksubsystem sorgt für Signalverarbeitung, Timing und Systemkontrolle.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App