08.02.2010
FLUG REVUE

Technologie aus Europa für die ISSShuttle Endeavour bringt europäische Technologie zur ISS

An Bord der heute um 10.14 Uhr MEZ zur Internationalen Raumstation gestarteten Raumfähre Endeavour befinden sich zwei Vorzeigestücke europäischer Ingenieurskunst: der "Tranquility" genannte Verbindungsknoten Nr. 3 (Node-3) und die Beobachtungskuppel (Cupola).

Mit der Montage dieser beiden neuen ISS-Module wird der Ausbau des nicht-russischen Teils der ISS abgeschlossen sein, womit insgesamt mehr als ein Drittel der druckgeregelten Baugruppen in Europa entworfen und gefertigt wurden. Der Verbindungsknoten Nr. 3 ist Teil einer mit der NASA geschlossenen Tauschvereinbarung, gemäß der die ESA zwei Verbindungsknoten für die ISS (Nr. 2 und 3) sowie zusätzliches Hightech-Laborgerät und weitere Dienste bereitstellt und die NASA dafür im Gegenzug im Februar 2008 den Start des europäischen Weltraumlabormoduls Columbus zur ISS übernahm. Die Beobachtungskuppel ist Teil einer separaten Tauschvereinbarung als Gegenleistung für den Start und die Rückführung von fünf ESA-Nutzlasten durch die NASA. Auch sie wurde von europäischen Industrieunternehmen unter der Leitung von Thales Alenia Space Italy gebaut.

Mit dem Verbindungsknoten Nr. 3 wird mehr Platz für Gerät und für die Astronauten zur Verfügung stehen. Die Beobachtungskuppel, die bisher größte und komplexeste in den Weltraum beförderte Fensterstruktur, wird an dem der Erde zugewandten Andockstutzen des Verbindungsknotens befestigt sein und einen einzigartigen Panoramablick zur Beobachtung der Erde bieten. Sie verfügt ferner über Instrumente zur Untersuchung klimarelevanter Vorgänge in der Atmosphäre. Mit Hilfe der Beobachtungskuppel wird die Mannschaft den Roboterarm der Raumstation bedienen, Andockmanöver des Automatischen Transferfahrzeugs (ATV) und anderer Raumfahrzeuge überwachen, Außenbordeinsätze unterstützen und wissenschaftliche Beobachtungen machen können. Sie bildet außerdem eine wichtige Rückzugsmöglichkeit zur Entspannung, denn ein Blick auf die Erde oder das sternenübersäte Weltall gehört sicherlich zu den faszinierendsten Erlebnissen auf der ISS.

 



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