05.03.2014
FLUG REVUE

Die erste Generation von Raumfahrern wird immer kleinerSkylab-Astronaut William Pogue starb im Alter von 84 Jahren

William Pogue, NASA-Astronaut und Mitglied der dritten und letzten Skylab-Besatzung, hatte sich gemeinsam mit seinen Kollegen Gerald Carr und Edward Gibson 84 Tage lang in der ersten und einzigen US-Raumstation aufgehalten, womit sie einen lange bestehen bleibenden Dauerflugrekord für US-Raumfahrer aufstellten.

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Nur einmal flog Pogue ins All, dafür aber gleich für 84 Tage. © NASA  

 

34,5 Millionen Meilen legten die drei Männer während ihrer Mission zurück, 1.214-mal umkreisten sie die Erde und absolvierten dabei Dutzende von Experimenten und wissenschaftlichen Demonstrationen, wobei der Erdbeobachtung und jener der Sonne das Hauptaugenmerk galt. Zweimal stieg Pogue in den freien Raum aus und verbrachte bei diesen Arbeiten 13 Stunden und 31 Minuten. Später beschrieb er in einem Interview die Startphase, bei der er seltsam ruhig gewesen sei, doch die medizinischen Daten sagten etwas anderes: Sein Puls stieg beim Zünden der Triebwerke schlagartig von 50 auf 130.

William Pogue, geboren 1930 in Okemah, Oklahoma, studierte an der Oklahoma Baptist University und meldete sich dann zu US Air Force, bei der er unter anderem Kampfeinsätze in Korea flog. Von 1955 bis 1957 war er Mitglied des Demonstration Teams „Thunderbirds“. Insgesamt standen mehr als 7.200 Flugstunden auf rund 50 verschiedenen Flugzeugtypen in seinem Flugbuch, und später kamen noch gut 2.000 Stunden im Weltraum hinzu. Bis 1963 war er Assistenzprofessor für Mathematik an der USAF-Akademie in Colorado Springs, danach zwei Jahre lang Testpilot beim Britischen Luftfahrtministerium und schließlich Instrukteur bei Dryden Flight Research Center der NASA auf der Edwards AFB in Kalifornien.

Im April 1966 gehörte Edwards zu einer Auswahlgruppe von 19 Kandidaten für das NASA-Astronautenkorps, und nach absolvierter Ausbildung war er Mitglied der Unterstützungsgruppen für die Apollo-Missionen 7, 11 und 14. Auf den Mond flog er nicht, doch schließlich wurde er für das Skylab-Programm berufen, innerhalb dessen er schließlich seinen einzigen Raumflug absolvierte. 1975 verließ er die Air Force und zwei Jahre später die NASA und arbeitete schließlich als Berater für verschiedene Luft- und Raumfahrtunternehmen. Unter anderem stellte er Boeing seine Erfahrungen bei der Projektierung der Raumstation Freedom zur Verfügung. Im Oktober 1997 wurde er in die US Astronaut Hall of Fame aufgenommen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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