17.11.2010
FLUG REVUE

Sojus-Betankungstests in Kourou abgeschlossen

Am Europäischen Raumfahrtstartgelände Kourou in Französisch Guayana wurden dieser Tage die Betankungstests an der neuen Sojus-Startrampe erfolgreich abgeschlossen. Damit konnte ein weiterer Schritt in Richtung des Jungfernflugs der ersten Sojus-Rakete im nächsten Jahr getan werden.

Die Rakete wird mit Kerosin, Wasserstoffperoxid, Flüssigwasserstoff (LOX) und Flüssigstickstoff (LNX) betankt. Kerosin und LOX dienen als Treibstoff und Oxidator der ersten drei Stufen; LNX dient dazu, die Tanks unter Druck zu setzen, und Wasserstoffperoxid treibt die Gasturbinen für die Turbopumpen des Trägers an. All diese Betankungsvorgänge finden direkt auf der Startrampe statt.

Im Vorbereitungsgebäude S3B des Startplatzes hingegen wird die Oberstufe Fregat separat betankt. Entsprechende Tests an einem Funktionsmodell konnten bereits abgeschlossen werden. Die Fregat wird von Unsymmetrischem Dimethylhydrazin (UDMH) und Stickstofftetroxid (NTO) angetrieben.

Die Belieferung mit den Treibstoffkomponenten geschieht auf den originalen russischen Rampen in Baikonur und Plessezk per Bahntransport. In Kourou wurden dafür spezielle Containerwagen konstruiert, welche von Schwerlasttransportern gezogen werden, und zwar für Wasserstoffperoxid und das Kerosinn für die Drittstufe. Die Betankung der Hauptstufe indessen geschieht ebenfalls von Eisenbahnwaggons aus, und alle übrigen Gase und Flüssigkeiten werden über Rohrleitungen direkt zur Rakete geführt.

Lesen Sie dazu auch eine ausführliche Beschreibung in dem Beitrag "Die neue, alte Rampe" in FLUG REVUE 4/2010.

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MG


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