07.07.2014
FLUG REVUE

Erfolgreiche TiefraummissionSonne schickt immer noch „Tsunami-Wellen“ zu Voyager 1

Im Dezember 2012 hat die 1977 gestartete NASA-Raumsonde Voyager 1 unser Sonnensystem verlassen und fliegt jetzt weiter durch den interstellaren Raum, aber noch immer registrieren ihre Messgeräte Wellen solarer Strahlung.

voyager

Derzeit ist Voyager 1 rund 19,2 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. © NASA  

 

Zur Zeit ist Voyager 1 unvorstellbare 128,4 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt, das entspricht rund 19,2 Milliarden Kilometer. Das Sonnenlicht benötigt für diese Strecke 17 Stunden und 41 Minuten, und jedes Jahr wächst die Entfernung um etwa 540 Millionen Kilometer. Könnte man Voyager noch sehen, müsste man sie im Sternbild Schlangenträger suchen. Damit ist die Raumsonde der bislang am weitesten geflogene künstliche Raumflugkörper und eine der größten Erfolgsstorys der NASA überhaupt. Dennoch wird es noch zirka 40.000 Jahre dauern, bis sie den nächsten Himmelskörper erreicht – den Stern Gliese 445 in Sternbild Giraffe.

Im August 2012 registrierte Voyager einen starken Anstieg der galaktischen kosmischen Strahlung, und im Dezember jenes Jahres teilte die NASA mit, Voyager 1 habe den Rand der Heliosphäre erreicht. Etwa ein Jahr später ergaben genaue Datenanalysen. dass der Flugkörper tatsächlich Ende 2012 unser Sonnensystem verlassen hat und seitdem im interstellaren Raum fliegt. Die Messungen waren möglich, weil unsere Sonne bei starken Materieausbrüchen die Teilchen wie Wellen auf einem ansonsten ruhigen See ins All schickt, wo sie nach rund einem Jahr auch die Sonde erreichen. Aus deren Wechselwirkung mit der galaktischen Strahlung konnten die Wissenschaftler erkennen, wo die Heliosphäre etwa endet.

Bislang haben die noch aktiven Bordinstrumente drei solcher Druckwellen registriert, von denen die erste nur zufällig entdeckt wurde. Die zweite kam im März 2013 an und die dritte wurde jetzt aufgezeichnet. Es grenzt an ein Wunder, dass die schwachen Signale der Sonde überhaupt noch aus solch riesiger Entfernung empfangen und analysiert werden können.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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