04.01.2017
FLUG REVUE

SpaceXErster Falcon-9-Start nach Unfall geplant

Nach der Explosion einer Falcon 9 vor dem Start am 1. September 2016 will SpaceX am Sonntag wieder eine Rakete abheben lassen. Auch die Unfallursache ist nun geklärt.

Falcon 9 von SpaceX vor dem Start Januar 2016

SpaceX' Falcon 9 startet am 8. Januar 2017 erstmals seit einem Unfall Anfang September 2016 (Archivbild). Foto und Copyright: SpaceX  

 

Der Start einer Falcon 9 mit einem Iridium-NEXT-Satelliten soll am 8. Januar vom Raketenstartplatz Vandenberg, Kalifornien aus erfolgen. Das teilte SpaceX am Montag mit. Es ist der erste Start seit einem Unfall am 1. September 2016. Damals explodierte eine Falcon 9 auf der Startrampe SLC-40 in Cape Canaveral, Florida während der Betankung vor einem Routine-Tests. Verletzt wurde niemand, doch die Rakete und der israelische Satellit Amos-6 wurden vollständig zerstört. 

Die Ergebnisse der Unfalluntersuchung deuten darauf hin, dass einer der drei Druckbehälter im Flüssigsauerstofftank der zweiten Stufe versagte. Nach Angaben von SpaceX werden in jeder der beiden Stufen der Falcon 9 solche Druckbehälter für gekühltes Helium verwendet. Das Helium dient dazu, den Tankdruck zu halten. Die Druckbehälter bestehen aus einem Innenbehälter aus Aluminium, der mit Kohlefaserverbundwerkstoffen umwickelt ist.

Das Untersuchungsteam, bestehend aus Experten von SpaceX, der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, der US Air Force, der NASA und der amerikanischen Verkehrsbehörde NTSB, geht davon aus, dass wahrscheinlich die Ansammlung von Sauerstoff in einem Hohlraum zwischen Innenbehälter und Umwicklung des Druckbehälters zur Explosion führte. Die geborgenen Druckbehälter hätten solche Hohlräume aufgewiesen. Die Experten kamen zur Schlussfolgerung, dass stark unterkühlter Sauerstoff unter Druck dort eingeschlossen wurde und gebrochene Kohlefasern und Reibung den Sauerstoff in der Umwicklung zündeten. Das Problem sei noch dadurch verschärft worden, dass das Helium so kalt war, dass sich fester Sauerstoff bildete. Dadurch hätten sich die Wahrscheinlichkeit eines Sauerstoffeinschlusses und einer Reibungsexplosion erhöht.

SpaceX zieht entsprechende Konsequenzen aus der Unfallursache. Kurzfristig würde die Druckbehälter-Konfiguration so verändert, dass das Helium bei höheren Temperaturen eingefüllt werden kann. Zudem gehe man zurück auf Prozesse einer bereits flugerprobten Konfiguration. Langfristig sollen Designveränderungen der Druckbehälter die gefährlichen Hohlräume verhindern und damit eine schnellere Heliumbetankung ermöglichen.







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Ulrike Ebner



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