26.05.2011
FLUG REVUE

SRTM-Höhenmodelle ab sofort kostenfrei

Als das Space Shuttle Endeavour am 11. Februar 2000 in den Weltraum startete, hatte es einen 60 Meter langen ausfahrbaren Mast an Bord, an dessen Ende eine von zwei Radarantennen saß. Innerhalb von elf Tagen zeichneten die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt damit ein dreidimensionales Höhenmodell von großen Teilen der Erde auf. Jetzt stellt das DLR diese Daten für wissenschaftliche Zwecke kostenfrei zur Verfügung.

Schon der Aufbau des Experiments war mit einem Rekord verbunden: Der Mast, der während des Fluges aus der Ladebucht des Shuttles ausfuhr, war das bis dahin längste von Menschen konstruierte Gebilde im Weltraum. Während das Raumfahrzeug über die Oberfläche der Erde schwebte, schickte ein Sender in der Ladebucht Radarstrahlen zur Erde. Die reflektierten Strahlen wurden dann von diesem Sender sowie der Antenne am Mast empfangen und aufgezeichnet. Die Radarbilder, die die Erdoberfläche somit aus zwei verschiedenen Positionen wiedergaben, ermöglichten es den Wissenschaftlern des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums des DLR, ein präzises Höhenmodell der Erdoberfläche zu berechnen. Als die Endeavour am 22. Februar 2000 wieder am Kennedy Space Center landete, hatte das DLR 113 Millionen Quadratkilometer der Erde aus etwa 230 Kilometern Höhe vermessen - Grundlage für die damals sogenannte "Landkarte des 21. Jahrhunderts"

Das digitale Höhenmodell aus der SRTM-Mission hat eine Rastergröße von 25 Metern und kann nun kostenfrei heruntergeladen werden. Der Zugang zu den Daten ist über eine EOWEB-Bestellung möglich. Dabei ist die Gesamtfläche des Höhenmodells in hundert sogenannte "Kacheln" eingeteilt, zu denen die Wissenschaftler des DFD die Höhenmodelle aufbereitet haben. Registrierte Nutzer des EOWEB können diese Datensätze dann von einem separaten FTP-Server herunterladen. Des Weiteren können die SRTM-Daten über einen standardisierten Web Mapping Service (WMS) online direkt in digitale Karten oder Geographische Informationssysteme eingebunden werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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