19.02.2010
FLUG REVUE

Start von Cryosat wurde verschoben

Der für den 25. Februar geplante Start des ESA-Satelliten CryoSat-2 vom Kosmodrom in Baikonur, Kasachstan, musste abgesagt werden. Grund ist ein Problem mit dem Steuerungstriebwerk der zweiten Stufe der Dnjepr-Trägerrakete.

Cryosat

Der Eiserkundungssatellit Cryosat-2 muss noch auf seinen Start warten. © ESA  

 

Laut der ukrainischen Firma Jushnoje, welche die Trägerrakete entwickelt hat und für sie verantwortlich ist, hat man beim Triebwerk der zweiten Stufe eine knappe Treibstoffmenge für dieses Flugprofil festgestellt und ist dabei, Maßnahmen zu ergreifen, diese Marge zu erhöhen. Zwar soll der vorhandene Treibstoff normalerweise ausreichen, den Satelliten auf seine Bahn zu befördern, doch ist die geforderte Reserve zu gering. Dass dieser Mangel erst jetzt festgestellt wurde, ist mehr als verwunderlich.

Kosmotras, die Betreiberfirma der Trägerrakete, will die ESA nun in Kürze über ein neues Startdatum informieren. Cryosat-2 wird in einem stark geneigten Orbit fliegen, der Längengrade von 88 Grad Nord und Süd erreicht, um eine ausreichende Abdeckung der Polarregionen zu garantieren. Aus einer Höhe von wenig mehr als 700 Kilometern wird der Raumflugkörper die Dicke des Meereises und Variationen in der Dicke der Landeismassen exakt vermessen. Diese Daten werden dringend von den Wissenschaftlern gebraucht, um genau zu verstehen, wie sich die Eismassen der Erde im Zuge des Klimawandels verändern. Seit mehr als 15 Jahren vermessen bereits die ESA-Satelliten ERS und Envisat die Ausdehnung des Eises.




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