06.11.2013
FLUG REVUE

Neuer Transporter für die ISSStartvorbereitung für das ATV-5 „Georges Lemaître“

Gerade erst hat das vierte Automated Transfer Vehicle (ATV) „Albert Einstein“ der ESA seine Aufgabe erfüllt und ist über dem Pazifik in der Erdatmosphäre verglüht, da laufen in Kourou die Vorbereitungen auf den Start des nächsten europäischen Raumtransporters auf Hochtouren.

atv-montage

Am Kran hängt das Servicemodul des Raumtransporters, während im Hintergrund das Frachtmodul zu sehen ist. © Arianespace  

 

In der Montagehalle S5C des europäischen Raumfahrtstartzentrums Kourou (Französisch-Guayana) laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten für das ATV-5 auf seinen Start, der im nächsten Jahr stattfinden soll. Im Mittelpunkt dabei steht die Präparation des Servicemoduls mit dem Antriebssystem, der Energieversorgung, Bordcomputern, der Avionik und Kommunikationsanlagen. Montiert werden unter anderem die vier Solarzellenflügel, die sich nach Erreichen der Umlaufbahn auf eine Spannweite von 22,3 Metern entfalten werden und dann die Energie für die wieder aufladbaren Bordakkus liefern – insgesamt 4.800 Watt. In der Zeit, in welcher das ATV an der Raumstation angekoppelt ist, wird Die Flächen sind auf Drehmechanismen montiert und können unabhängig voneinander im jeweils günstigsten Winkel auf die Sonne ausgerichtet werden.

In der nächsten Etappe der Arbeiten werden das Service- und das Frachtmodul miteinander verbunden, an dem die Checks bereits weitestgehend abgeschlossen worden sind. Zum Schluss wird das ATV auf einen Distanzring gesetzt und mit der Trägerrakete Ariane 5 ES kombiniert. Bis dahin vergehen allerdings noch einige Wochen, denn schließlich muss ja der Transporter erst noch beladen werden. Das geschieht nach einem genau ausgeklügelten Plan, damit der zur Verfügung stehende Raum auch bestmöglich ausgenutzt wird. Kurz vor dem Start ist es noch möglich, frische und leicht verderbliche Lebensmittel einzulagern.

Das ATV „Georges Lemaître“ ist nach dem 1966 verstorbenen belgischen Priester und Astrophysiker benannt, dem Begründer der Urknalltheorie. Auch wenn heute allgemein dieses Verdienst Edwin Hubble zugeschrieben wird, hat Lemaître seine Erkenntnisse bereits zwei Jahre früher veröffentlicht, allerdings nie das Recht der Erstentdeckung für sich beansprucht.

flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Für das Starliner-Raumschiff Boeing präsentiert neuen Raumanzug

26.01.2017 - Leichter und bequemer: Astronauten an Bord von Boeings künftigem Raumschiff CST-100 Starliner werden andere Raumanzüge als bisher tragen. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App