10.05.2013
FLUG REVUE

Studentenexperimente bei REXUS 13 und 14

Wie kann Weltraummüll schneller entsorgt werden? Wie ist das Weltraumwetter? Am 9. Mai 2013 startete um 6.00 Uhr MESZ vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Schweden die REXUS-13-Forschungsrakete mit vier Studenten-Experimenten an Bord, um diese und andere Fragen zu klären.

Die Schwesterrakete REXUS 14 hatte bereits zwei Tage zuvor, am 7. Mai um 6.00 Uhr MESZ, abgehoben. Die Doppelkampagne, an der rund 50 Studenten aus Deutschland, Schweden, Großbritannien, der Schweiz und Ungarn mit ihren selbst geplanten und gebauten Experimenten teilnahmen, ist Teil des Studentenprogramms REXUS/BEXUS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der schwedischen Raumfahrtbehörde SNSB. Die Flugdauer der knapp sechs Meter langen, einstufigen Raketen vom Typ "Improved Orion" dauerte von der Zündung bis zur Landung der Nutzlast rund zehn Minuten. Sie erreichten dabei Höhen von etwa 83 (REXUS 13) und 82 (REXUS 14) Kilometern, also fast die Grenze zum Weltraum.

Die beiden Teams Space Sailors der RWTH Aachen und Strathsat-R der Universität Strathclyde (UK) haben sich beispielsweise Gedanken darüber gemacht, wie Weltraumschrott schneller entsorgt werden kann. Die Studenten des CERESS-Teams der TU München wiederum haben die REXUS-Experimente ihrer Vorgänger analysiert und festgestellt, dass viele Experimentfunktionen immer wieder benötigt werden. Sie haben daher eine Plattform mit diesen Funktionen gebaut, die nun während des Flugs getestet wurde und nachfolgenden Teams eine stärkere Konzentration auf das eigentliche Experiment ermöglichen soll. Mit dem SOLAR-Experiment wollenschließlich die Studenten der Technischen Universität Luleå, Schweden die Reparaturmöglichkeiten bei Weltraummissionen verbessern. Ihr Experiment soll beweisen, dass in der Schwerelosigkeit keine qualitätsmindernden Gaseinschlüsse in  Lötstellen zurückbleiben, wenn das Löten bei niedrigem Druck geschieht. Soweit nur drei der interessanten Experimente.

Obwohl sich bei REXUS 13 der Hauptfallschirm nicht öffnete, konnte der Vorfallschirm die Nutzlast soweit abbremsen, dass die Raketenmodule beim Aufprall unbeschädigt blieben. Lediglich die Raketenspitze, die als Knautschzone wirkte, wurde stark verformt. Die Nutzlasten von REXUS 13 und 14 sowie die ausgeworfenen Sonden wurden nach der Landung sofort von Helikoptern geborgen und zum Startplatz zurücktransportiert. Damit konnten alle Studententeams ihre Experimente nach etwa einer Stunde wieder in Empfang nehmen und die Daten sichern. Das ist die Voraussetzung für die Auswertung, die in den kommenden Wochen und Monaten erfolgen wird. Die erste Analyse hat leider gezeigt, dass trotz der ausführlichen Tests an den Tagen vor dem Start während des Fluges nicht alle Experimente so wie geplant und erwartet gearbeitet haben.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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