18.02.2013
FLUG REVUE

THEMIS ist seit sechs Jahren im All

Am 17. Februar 2007 startete die NASA an Bord einer Delta-II-Rakete fünf nahezu identische Satelliten unter der Bezeichnung THEMIS (Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms). Seitdem sorgen sie für ein besseres Verständnis der Entstehung und Auswirkungen des Weltraumwetters.

Während auf der Erde zehntausende von Beobachtungsstationen der Überwachung von Wetter und Klima dienen, gibt es im Weltraum nur eine Handvoll von Satelliten, die sich um das Weltraumwetter kümmern. Darunter versteht man Teilchen- und Strahlungsströme von der Sonne oder als kosmische Strahlung, die unter anderem die Magnetosphäre der Erde beeinflussen. Besonders starke Stürme können auch Schaden auf der Erde oder an Satelliten anrichten, so dass die Wissenschaft bestrebt ist, Vorhersage- und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Zu den raumgestützten Wetterstationen gehören auch die THEMIS-Satelliten, die auf hochelliptischen Bahnen die Erde umrunden. Dabei fliegen sie durch alle Bereiche der Magnetosphäre, die wie eine gigantische Blase unsere Erde umschließt. In den vergangenen sechs Jahren haben sie mit ihren Untersuchungen wesentlich zum Verständnis der Wechselwirkung dieser Blase mit den kosmischen Strahlungs- und Teilchenströmen beigetragen. Damit ergänzen sie die Datenströme der ESA-Cluster-Flotte und der erst jüngst gestarteten Van-Allen-Sonden der NASA, welche sich vor allem der Erforschung der Strahlungsgürtel widmen. In diesen sechs Jahren haben sie mehr als 50 Solarstürme überstanden und deren Auswirkungen auf irdische Elektrik und Elektronik beziehungsweise auf die Funktionsfähigkeit von Satelliten dokumentiert.

THEMIS ist die fünfte Mittelklassemission des NASA-Explorerprogramms, das vom Goddard Space Flight Center gemanagt wird. Die Satelliten selbst waren von Experten der University of California, des Berkeley Space Sciences Laboratory und von Swales Aerospace gebaut worden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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