03.12.2012
FLUG REVUE

Tiefraumsonde Voyager erreicht den "magnetischen Highway"

Die 1977 gestartete NASA-Tiefraumsonde Voyager 1 hat seitdem eine Wegstrecke von 18 Milliarden Kilometern zurückgelegt und befindet sich damit weit jenseits der Pluto-Bahn. Dennoch hat sie das Sonnensystem noch lange nicht verlassen.

Im Gegenteil: Die jetzt erreichte Region wird allgemein als "magnetischer Highway" bezeichnet, wo Feldlinien des Magnetfeldes unserer Sonne sich mit solchen des interstellaren Raumes verbinden. Damit bekommen elektrisch geladene Teilchen, die sonst wild durch den Raum schwirren, plötzlich eine Richtung, und zwar zur Sonne hin oder von dieser weg. Diese Region befindet sich immer noch innerhalb der sogenannten solaren Blase, welche aus dem Sonnenwind gebildet wird, der sich relativ gleichmäßig nach allen Seiten hin bewegt. Der interstellare Wind wiederum drückt von außen auf diese Blase und führt zu Verformungen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Raumsonde nun bald die Front dieser Blase durchbrechen und damit endgültig den interstellaren Raum erreichen wird.

Im Dezember 2004 bereits hatte Voyager den sogenannten Termination Shock passiert, die äußere Zone einer als Heliosheath bezeichneten Blase rund um unsere Sonne. Dort hatten die Teilchen des Sonnenwindes stark an Geschwindigkeit und Richtung verloren und taumelten nur noch ziellos durch den Raum. Rund fünfeinhalb Jahre später waren sie fast zum Stillstand gekommen. Seit dem 28. Juli 2012 indessen wurden Daten zum "magnetischen Highway" übermittelt, auf dem die Teilchen wieder Richtung und Geschwindigkeit bekamen. Die Übermittlung der Messergebnisse dauert mittlerweile mehr als 17 Stunden. Weil von der Schwestersonde Voyager 2 noch keine ähnlichen Daten empfangen werden konnten, gehen die Experten davon aus, dass diese noch nicht in die neue Region eingeflogen ist.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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